//
Rotation neuseeländischer Art

„I’ll take a thousand memories on the road with me, so we never forget…

7.9.2014

Berlin

18.000. Vor genau einem Jahr bedeutete diese Zahl die Maßeinheit für die räumliche Trennung, welche zwischen zwei Menschen und deren wichtigsten Personen, Dingen und Empfindungen lagen.

Es ist für mich nur schwer fassbar, dass der Beginn dieses großen Schrittes schon mehr als 365 Tage zurückliegt. Es sind Tage, in denen auf mal traurige, mal auf sentimentale und auch auf wunderbare Weise viele Dinge passiert sind.

Der Mensch neigt immer dazu, Veränderungen skeptisch und bisweilen sogar ängstlich gegenüber zu stehen. Dabei unterliegen wir Menschen zum Glück der Notwendigkeit, uns gewissen Dingen einfach anpassen zu müssen. Tim Wiese gleicht seine äußere Erscheinung umgekehrt proportional seinem Intelligenzquotienten an, Michael Jordan ist wieder schlank und sieht aus, als könnte er wieder 30/10/10 auflegen, das „friedliche Europa“ wird auf eine harte Probe gestellt, IBAN und deutsche Weltmeister, heldenhafte Kämpfer für die Freiheit, die von den selbsternannten Freiheitsexperten des Hochverrats angeklagt werden- der Einstieg in das Berufsleben, ein Umzug in eine neue Wohnung, die feste Entschlossenheit zu tun, was nötig ist, damit die Welt eben nicht so bleibt, wie sie ist, jeden Augenblick, den ich so noch nicht erleben durfte als Geschenk zu sehen und zu genießen, sei es eine Busfahrt nach Thüringen oder die freudige Bereitschaft, mein komplettes Leben mit jemandem zu teilen

-vieles hat sich seit dem 27.8.2013 verändert.

Mal abgesehen davon, dass mir die Berg – oder besser Hügellandschaften Deutschlands nur ein müdes Lächeln entlocken, sehe ich alles mit anderen Augen bzw. aus einem neuen Blickwinkel.

Die Straßenbahn fährt mir vor der Nase weg? Ich laufe ein paar Stationen und sauge die noch immer ungewohnte Großstadtluft ein.

Ich habe kein Kleingeld für die Klodame? Ich komme später mit Geld und Schokolade zurück.

Doch so sehr diese Zeilen auch ein Loblieb auf Veränderungen zu sein scheinen, so sehr sich mein Leben seit diesen vielen Tagen gewandelt hat – ohne gewisse Leute hätte ich es nur schwer durchgestanden. Von diesen ausgewählten Leuten sind nun drei nicht mehr in meinem engeren Umkreis. Leider.

Hanne und Annelie – Danke für alles. Ihr seid die liebsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Außerdem seid ihr ein Vorbild, was es heißt trotz charakterlicher Unterschiede eine Beziehung zu führen, die viele vor Neid erblassen lassen würde. Ich habe mich in euer Gegenwart von Anfang an wohl und geborgen gefühlt. Es tut mir leid, dass es so abrupt zu Ende ging, aber manche Dinge liegen einfach nicht in unserer Macht. Ihr fehlt mir sehr und ich denke oft an euch. Bitte bleibt so wie ihr seid,okay?

Julia – „Danke“ ist ein so abgenutztes Wort, um zu beschreiben, was unsere gemeinsame Zeit, in Deutschland sowie in Neuseeland, mit mir und wohl auch mit dir gemacht hat. Ich schätze dich sehr und werde es auch immer tun, auch wenn natürlich angesichts der Umstände der Kontakt unregelmäßig bleiben wird. Auch hier gilt, dass es einfach nicht in unserer Macht lag, das zu tun, was nötig gewesen wäre.

In Ermangelung der richtigen Worte, muss ich hier dennoch ein banales Danke schreiben. Ohne dich hätte Neuseeland nicht funktioniert und es ist eine gewisse bittere Ironie des Schicksals, dass Unternehmungen dieser Größenordnung immer auch bedeuten, dass andere Dinge auf der Strecke bleiben.

Danke! Ich hoffe, dass alles, was du dir wünscht und vorstellst für dich in Erfüllung gehen wird. Du hast es einfach verdient.

Ich werde euch nicht vergessen.

Oma Sigrid, Horst, Oma Helga, Opa Klaus, Tante Isolde, Torsten, Julia, Karl – danke für eure Unterstützung und dafür, dass ihr diesen Blog so fein gelesen habt!

Marschl, Danny, Zobel, Bratek, Atti, Mot und Romano – ihr seid nicht nur die hübschesten und cleversten Freunde, die es gibt, nein, ihr seid auch verdammt loyal und ich bin unglaublich stolz darauf, euch zu haben. Danke, dass ihr da seid. Möge es noch eine lange Zeit werden.

Jürgen und Mama, Papa und Carmen und Paul – ihr hattet Angst um mich, habt mit mir gelitten, hättet mich zum Teil wohl am liebsten mit einer Keule daran gehindert, in dieses Flugzeug zu steigen. Ich kann und will mir gar nicht vorstellen, wieviele schlaflose Nächte und unruhige Träume ihr wegen mir hattet. Dass ihr diese Opfer so bereitwillig gebracht habt, um einen dann doch eher egoistischen Traum von mir zu ermöglichen, treibt mir Tränen in die Augen. Ich werde nicht aufhören, diese Last auf meinen Schultern mit Würde zu tragen, so wie ihr es seinerzeit getan habt. Ich würde jederzeit das gleiche und noch mehr für jeden von euch tun.

Es tut mir leid, dass ihr wegen mir so gelitten habt, aber seit euch sicher, dass es nicht umsonst war.

Ich liebe euch.

Als ich im März zurückkam hing ich durch. In einer Wohnung, wo ich nicht freiwillig war, noch dazu nicht exakt willkommen, wachte ich auf und wollte am liebsten wieder in den Flieger steigen. Innerhalb von einer Woche verschob sich die Aussicht des Tages von sensationellen Landschaften, klarer, frischer Luft und spontanen Aktionen auf Gänge zu Ämtern mit dazugehörigen unhöflichen Menschen. Meine Familie war für einen Abend da und dann wieder weg. Was blieb war schlicht und einfach Einsamkeit. Einsamkeit, die mich in ihrer Intensität ein wenig überforderte. Doch ich schöpfte schnell Mut dank meiner Familie und Freunde. Ich fühlte mich von dieser Situation herausgefordert. Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und die Gewissheit, darin auch noch gut zu sein. Ich brachte alles nötige hinter mich und fand einen Job, der mich nun ausfüllt und perfekt ist für einen Idealisten wie mich. Seit Mitte Mai lebe ich zeitweise mit 10 jungen Menschen zusammen, die mich jeden Tag aufs Neue erstaunen. Es passiert jeden Tag etwas anderes, ich muss ständig mit neuen Situationen umgehen und trage viel Verantwortung. Das Betreten dieser Wohnung ist für mich zum Besteigen eines Fliegers geworden. Es ist mein persönliches Abenteuer. Herausgekommen ist die Erkenntnis, dass ich Neuseeland nicht mehr brauche. Ich brauchte Neuseeland. Ich brauchte den Abstand, um der Mensch zu werden, der ich werden kann und werden will. Auf diesem Weg bin ich nun. Es ist ein Weg, der weniger abgetreten ist als andere und das ist genau der Grund, weshalb dieser so reizvoll für mich ist.

Familie, Freunde und eine Arbeit, die mich ausfüllt – ich dachte, die Zutaten für einen schnellen und reibungslosen Neuanfang gefunden zu haben.

Und dann kam der 28.4.2014.

Mehr aus Langeweile als aus Hoffnung meldete ich mich irgendwann im April auf einer Internetseite für Dating an. Ich füllte die Fragebögen aus und beantwortete teils echt seltsame Fragen. Ich lud ein paar Fotos von mir hoch und schrieb ein paar Zeilen über mich selbst. Wie das eben so läuft. So weit, so üblich also. Irgendwann die Tage danach stieß ich auf ein Profil einer netten Dame, die angeblich in „friedrichsberg“ wohnt. Friedrichsberg? In Berlin? Also fragte ich einfach mal nach und war mir in keinster Weise bewusst, dass diese banale Frage mein Leben verändern würde.

Am 28.4. traf ich mich mit besagter Frau. Knapp einen Monat, nachdem ich wieder im Land war, hätte ich nicht gedacht, schon ein neues Kapitel in Buch meines Lebens zu eröffnen. Doch mir blieb nicht wirklich eine Wahl. Nicht, dass ich diese gebraucht hätte. Die Entscheidung war schnell klar.

 

Etwas mehr als vier Monate später steht fest, dass es eine gute Entscheidung war. Ich denke Dinge, die ich vorher noch nie dachte oder besser gesagt, traue ich mich Dinge zu denken, die ich vorher nicht zu denken vermochte.

Etwas mehr als vier Monate später kann ich mich als wunschlos glücklich bezeichnen. Ich habe alles, was ich brauche und auch das, wovon ich nicht wusste, dass ich es brauche. Es fühlt sich an als wäre eine Suche beendet, die nie stattgefunden hat. Also gehe ich nun durchs Leben und hege keine Zweifel. Trotz aller Veränderungen oder gerade aufgrund aller Veränderungen des letzten Jahres stehe ich nun an einem Punkt, von welchem ich nicht mehr so leicht wegzukriegen sein werde. Am Ende einer Suche, aber am Anfang der nächsten großen Reise. Mein Weg führte mich schon immer der Sonne entgegen und ich werde diese auch weiterhin jagen wie eine Katze den roten Punkt. Aber es hat sich noch nie so gut angefühlt, dabei nicht allein zu sein.

Also soll am Ende dieses kleinen Schlusspunktes etwas stehen, was hoffentlich nicht des Konzepts der Veränderung unterliegen wird:

Ich wache morgens auf – und umarme die Frau neben mir.

 

 

Reisetagebuch, finaler Teil

Deep South

Fortsetzung

5.3. – 7.3. – Queenstown

Am Abend des 5. sind wir dann ziemlich fertig in Queenstown angekommen. Queenstown ist eine recht kleine Stadt, von der wir bisher nicht viel Gutes gehört haben. Wir erwarteten dementsprechend eine Partystadt, in der alle Aktivitäten wie Bungyspringen oder Rafting doppelt so teuer sind wie an anderen Orten. Da wir diese Dinge eh schon auf der Nordinsel erledigt hatten, war unsere Vorfreude eher getrübt, vor allem angesichts des Highlights namens Milford Sound, welches nun hinter uns lag. Doch uns gefiel die Stadt. Den feierwütigen 18-jährigen aus aller Herren Länder, die ganz Neuseeland besiedeln und besudeln, konnten wir gut aus dem Weg gehen, indem wir Glück mit der Auswahl unserer Hostels hatten. Die Stadt selbst ist einfach wunderbar gelegen. Egal in welche Richtung man blickte, Bergketten versperrten den Blick auf den Horizont. Außerdem liegt Queenstown an einem Fluss, der bei feinem Wetter wie wir es hatten der Stadt einen besonderen Charme verleiht.
Am Abend des 5. entdeckten wir einen Lift auf einen Berg herauf und dies wurde unser Ziel für den nächsten Tag. Gesagt, getan und 12 Stunden später saßen wir in einer der Gondeln und fuhren hinauf. Oben erwartete uns eine tolle Aussicht, wie sollte es bei Sonnenschein und 20 Grad auch anders sein. Der grüne Fluss lag eingebettet in dem Tal, welches von riesigen Gesteinsmassen mit weißen Gipfeln umrundet wird. Man konnte die Paraglider nicht zählen, inmitten der weißen Punkte, die bei näherer Betrachtung kleine Flugzeuge waren, die zwischen den Gipfeln ihre Kreise zogen. Die kurvenreichen Straßen sahen aus wie Risse im Fundament der Berge und führten geradewegs zur Stadt am Fuße des Gondelliftes, dem wir zuvor entstiegen waren.
Nach kurzem Bestaunen dieser Sicht war uns nach ein bisschen Spaß zumute und auf einem kleinen Hügel auf diesem Berg gab es genau zu diesem Zwecke eine Rennbahn, die man mit kleinen Karts ohne Motor runterheizen konnte. Wir schnappten uns Helme, fuhren den kleinen Sessellift hinauf und bestiegen die Karts. Die kurze Einführung machte uns mit der Steuerung bekannt, die nur aus bremsen und Bremse lösen bestand. Wir fuhren die Strecke dreimal und es war wirklich ziemlich spaßig. Anschließend gönnten wir uns noch einen im wahrsten Sinne des Wortes Turm Eiscreme und ließen es uns in der Sonne einfach ein wenig gut gehen.

image image image image image image image image image

7.3.2014

Von Queenstown nach Dunedin

Zu der von uns sehr wohlwollend aufgenommenen Abfahrtszeit von 10:30 Uhr bestiegen wir den Bus zurück Dunedin. Der selbe Busfahrer wie zuvor begrüßte uns diesmal ungleich fröhlicher. Nachdem wir alle Mitfahrer aufgesammelt hatten, die aus pubertären Engländern, verkaterten Amerikanern, einer betagteren Engländerin und einer 1,90 großen Isländerin (!) bestand, verließen wir die Bergregion und Julia und ich waren ein wenig traurig, diese Gegend so schnell wieder verlassen zu müssen. Erster kleiner Zwischenstopp war der größte Staudamm Neuseelands. Es war groß, hoch und eine Menge Beton. Eigentlich war es fast schade, diese schöne Gegend und den klaren, grünen Fluss damit zu beeinträchtigen. Danach hielten wir nur noch in kleinen Städten, um unserem Harndrang zu frönen. Wir fuhren also ziemlich straff nach Dunedin durch, ca. 5 Stunden lang. Dort angekommen machten wir dann eine kleine Stadtrundfahrt. Die Stadt ist im Gegensatz zu allen anderen Großstädten im Land, mit Ausnahme von Wellington, sehr schön anzuschauen. Architektur, die schottischen Einwanderern zu verdanken ist und damit in dieser Ecke ziemlich einzigartig ist, verleiht Dunedin ein europäisches Flair. Außerdem wimmelt es von Studenten. Dunedin besitzt darüber hinaus die offiziell steilste Straße der Welt. Wir durften sie einmal und hoch und runterlaufen und alle Autos, die hoch fahren wollen müssen wirklich gut Schwung holen. Irgendeine Firma, die Schokoladenkugeln herstellt, veranstaltet jedes Jahr ein kleines Event: 10000 von diesen Kugeln werden die Straße hinunter gerollt und vorher wird von Leuten auf jeweils eine Kugel gewettet. Der Erlös kommt einem guten Zwecke zugute. Als wir dann im Hostel eingecheckt haben und unseren 6er bezogen, der von zwei Leuten ziemlich verunstaltet wurde, machten wir noch eine Brauerei Tour. Neuseelands größte Biermarke wird in der Stadt gebraut. Das war ziemlich interessant, auch wenn wir vom Brauen nicht die geringste Ahnung haben. Am Ende der Führung durften wir eine halbe Stunde alle Biersorten ausprobieren und mussten feststellen, dass das Gebräu ziemlich schwach auf der Brust ist. Nichtmal das Schwarzbier hatte Pepp. Das hielt uns natürlich nicht davon ab, die 30 Minuten mit ausreichend geleerten Biergläsern zu füllen.

image image image image image image image image

Reisetagebuch, finaler Teil

Deep South

4.3.2014

Von Dunedin nach Invercargill

Nachdem wir am Sonntag also unsere Zelte bei den Öko-Farmern abgebaut haben, sind wir mit dem Bus nach Christchurch gefahren und haben dort eine Nacht verbracht. Wir schliefen in einem 4er Raum zusammen mit zwei deutschen Jungs, die auf dem Bau arbeiten. Dementsprechend roch das Zimmer auch.
Am Morgen des nächsten Tages sind wir im strömenden Regen und bei 8 Grad ein bis zwei Kilometer zum Bus gelaufen. Als wir in den Bus stiegen waren wir also durchnässt bis auf die Knochen. Die 6-stündige Fahrt mit einer seltsam unkonzentrierten Busfahrern brachte uns heil weiter nach Süden nach Dunedin. Dort tranken wir abends mal wieder ein schmackhaftes 0,33 Liter Bier für 5 Dollar pro Person und verbrachten eine sehr komfortable Nacht in einem Zimmer direkt gegenüber vom Raucherraum und mit Matratzen so dünn wie die Argumentation Edmund Stoibers bezüglich des Transrapids.
Bei prächtigstem Wetter bestiegen wir dann am nächsten Morgen den nächsten Bus, mit welchem wir über drei Tage eine kleine Tour durch den Süden der Insel gebucht haben.
Die erste Tagestour führte von Dunedin nach Invercargill. Sämtliche Flyer haben vorher angekündigt, der freundliche Busfahrer würde bei allen Problemen behilflich sein, also begrüßten wir ihn mit einem fröhlichen „Good Morning!“ und bekamen die zuvorkommende Antwort des netten Herrn „RUCKSÄCKE ZUERST!!!!!“. Es versprach also super zu werden.
Wir verließen Dunedin halb neun am Morgen bei wirklichen fiesem Wetter. Regen, kalt und starker Wind. Aber wir sitzen ja eh den ganzen Tag im Bus, dachten wir. Weit gefehlt, denn wir bekamen für unser Geld wirklich was geboten. Die Fahrt führte wieder einmal durch wunderbare Landschaften, wie sie wohl nur Neuseeland zu bieten hat. Wir machten verschiedene kleine Stopps an Orten, an denen man als eigenmächtiger Tourist wohl vorbeigefahren wäre. Zunächst hielten wir in einem Mini-Tal, welches auf beiden Seiten von Bergen mit Leuchttürmen begrenzt war. Wir hätten auch einen Spaziergang zu einem der Türme machen können, was wir uns angesichts des Orkans vor der Tür gespart haben. Die nächste Station war eine eine kleine Bucht, die versteckt hinter einem Hügel lag, über dessen Rücken uns der Busfahrer zielsicher auf einem schmalen Schotterweg geführt hat. Dort trauten wir uns den Schritt vor die Tür und den sollten wir auch nicht bereuen. Wir liefen am Strand entlang, als sich rechts neben uns auf einmal etwas rührte. Es sah aus wie ein großer Haufen Seetang, dann stellte sich aber heraus, dass es ein Seelöwe ist. Auch während des weiteren Weges trafen wir auf mehrere dieser Art, von der laut Fahrer weltweit nur noch 5000-7000 Exemplare existieren. Später, gegen Ende des Tagesausfluges fuhren wir noch an die Curio Bay, zuhause für laut dortigen Aushängen zufolge die seltenste Pinguin-Art der Erde, yellow-eyed penguins (Gelb-äugige). Wir hatten sogar das Glück, einige Tiere zu sehen. Damit können wir von unserer imaginären Liste, Tiere, die man wild in Neuseeland sehen kann, also neben Robben auch Pinguine streichen. Jetzt stünden nur noch Delphine aus.
Invercargill ist eine recht hübsche Kleinstadt, aber wir hatten nicht viel Zeit diese zu erkunden. Das Hostel allerdings, in dem wir nächtigten war das beste, sauberste und charmanteste Hostel, in welchem wir bisher eingebucht waren.

image image image image image image image image image image image image image

5.3.2014

Von Invercargill nach Queenstown über Milford Sound

Der Tag begann früh. Früh, dunkel und kalt. Der Wecker klingelte 5:30 Uhr und da hier langsam der Herbst einkehrt werden auch die Tage immer kürzer.
Diesmal verlief die Fahrt ein wenig anders als am Vortag, da wenige kleine Stopps gemacht wurden, dafür dann aber ein gewaltiger direkt im Milford park. Der erste Stopp wurde in Te Anau unternommen, die letzte menschliche Bastion 120 Kilometer von Milford Sound entfernt und direkt vor den Bergen gelegen, welche nur durch einen See von der Stadt getrennt sind. Danach ging es direkt ins Bergland und noch niemals in meinem Leben war ein Sprichwort hier passender als zuvor. Der Weg ist das Ziel. Die Southern Alpes ziehen sich auf der Südinsel über beinahe die gesamte Westküste entlang und kulminieren im Südwesten der Insel dann zu einem Kunstwerk,wie es gewaltiger und beeindruckender nicht sein könnte. Von Te Anau aus führt eine Straße hinein und wieder raus, der Road Highway 94. Laut unserem Busfahrer wurde diese Straße vor ein paar Jahren von National Geographic zur schönsten Straße der Welt erklärt. Unserem Busfahrer Bob gefiel dabei besonders, dass dies Neuseeland vor den Australiern gelang. Bob war nämlich ein wenig..nunja, ihn als politisch inkorrekt zu bezeichnen, wäre ungefähr so abwegig wie Wladimir Putin einen lupenreinen Demokraten zu nennen. Bob erwähnte bei den Sicherheitstipps mal eben, dass vor ein paar Jahren mal ein Mädchen angefahren wurde, als es die Straße überqueren wollte, diese aber zum Glück nur Australierin gewesen sei und es deshalb halb so wild war. Nichtsdestotrotz fuhr er uns sicher durch das Ziel. Die Straße, deren Bau 30 Jahre dauerte, führte durch einen schmalen Strich Land, der zwischen teilweise so hohen Bergen verlief, dass man fast den Himmel nicht mehr erblicken konnte. Wir sahen Seen, in deren Oberfläche sich die gegenüber liegenden Berge spiegelten, tranken aus Bächen, die kalt und klar waren und deren Ursprung man hunderte von Metern weiter oben sehen konnte. Wir hatten eine Wahnsinns Sicht, denn das Wetter war mal wieder parteiisch und bevorzugte unsere Seite. Hier regnet und stürmt es die meiste Zeit des Jahres, doch wir bekamen kaum Wolken zu Gesicht und es war so mild, dass wir im Shirt rumlaufen konnten. Als wir dann am Endpunkt der Fahrt waren und das Boot für eine zwei-stündige Fahrt bestiegen, warfen wir alle steifen Eitelkeiten über Bord und hüpften auf dem Sonnendeck hin und her, nicht nur um die bestmöglichen Fotos zu ergattern, sondern auch, um dem Deck die Ehre zu geben und der Sonne zu frönen. Wir schipperten auf einer Meerenge entlang, die zwischen den Bergen verlief, mit schneebedeckten Gipfeln, mit Robben, die auf einem Fels in der Sonne lagen. Außerdem befanden sich dort zwei Wasserfälle, zwischen 20 und 40 Meter hoch, die aus einem Fels ins Meer schossen und ohrenbetäubenden Lärm verursachten.
Ich will mich nicht schon wieder mit Superlativen überschlagen, darum versuche ich es erst gar nicht. Als wir dann vom Boot kamen und wieder den Bus bestiegen, fanden wir zur Ruhe und es verfestigte sich der Gedanke, dass man am heutigen Tage Zeuge geworden ist, wie einen die schieren Ausmaße der Natur einfach überwältigen und unberührte und raue Schönheit einen erschlagen können.

image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image

15.2. – 2.3.2014 – Greta Valley, Neuseeland

Kosmische Eigenheiten, Riesenzucchinis und das Plumpsklosett

Wie ihr sicher mitbekommen habt waren wir von der letzten Familie nicht so begeistert, also war unsere Vorfreude relativ groß weiterziehen zu können, vor allem angesichts dessen, dass es unsere letzte Station wird, bevor das Reisen wieder beginnt.
Wir stiegen in Christchurch in den Bus und fuhren ein wenig mehr als eine Stunde nordwärts, bis wir wieder ausstiegen und dort von Eva aufgesammelt wurden. Sie war etwas älter, worüber wir uns freuten, da wir bei älteren Herrschaften bisher die besten Erfahrungen gemacht haben. Schon bei den ersten Worten hörten wir heraus, dass wir hier einer Deutschen gegenüberstehen, denn ihr englisch war sehr langsam und die typisch harte deutsche Aussprache war nicht zu überhören. Was auch nicht zu überhören war, war ihre Enttäuschung darüber, dass keiner von uns beiden erfahrener Farmer ist, wir nicht Traktor fahren können und nicht wissen,was demeter bedeutet. „Dann frag das doch vorher in ner Email, du olle Schreckschraube!“, dachten sowohl Julia als auch ich, aber wir erinnerten uns daran, dass das Abhängigkeitsverhältnis stark zu unseren Ungunsten steht, wie wir ja schon einmal zu spüren bekommen durften.
Der Weg von der Bushaltestelle zur Farm war nicht weit und die Farm selbst ist riesig. Selbst nach zwei Wochen Aufenthalt haben wir nicht alles davon gesehen. Laut Beschreibung unseres Buches sollte unsere Unterkunft „Self-contained“ (selbst versorgend) und „cozy“ (gemütlich) sein. Entgegen aller Vernunft hatten wir also gewisse Erwartungen und wie üblich wurden diese bei unserer Ankunft pulverisiert wie die Medaillen-Erwartungen der Deutschen in Sotschi. Unser Zimmer war in einer kleinen Hütte und etwas größer als ein Kleiderschrank. Möbliert war es mit einem Bett, wie üblich bestehend aus zwei übereinander liegenden Matratzen, einer Kommode, einem Nachtschränkchen und einem Stuhl. Addiert dazu unsere beiden Rucksäcke und zwei Taschen und ihr habt eine Vorstellung, wie es in einer Sardinendose aussieht. Das Nachbargebäude beherbergte unsere Küche. Diese Bestand aus einem Kühlschrank, einem Herd und _keiner_ Spüle. Außerdem war es ein Heim für soviele Mäuse, dass selbst eine Horde Katzen ein Jahr zu tun gehabt hätte, um aller habhaft zu werden. Die Wände des Hauses waren voller Löcher und selbst die Geschirrschränke waren kein Hindernis für die kleinen Nager (sind Mäuse Nager?), denn nach dem Geschirr zu urteilen war dies der Ort, der zur Darmentleerung diente. Im Nebenraum, was wohl das Bad darstellen sollte, war eine Spüle und eine Dusche, deren Wasserstrahl so schwach war, dass man sich fünfmal drehen musste, um komplett nass zu sein. Zu guter Letzt ging ich auf die Suche nach der Toilette, die wohl oder übel irgendwo sein musste. Diesmal wurden meine Erwartungen bestätigt, was allerdings nichts wirklich positives ist. Ein kleines Kabuff, aus faulenden Bretten zusammengenagelt mit einem Loch in der Mitte. Dazu Streichhölzer und ein Teelicht, um für so richtig gemütliche Stimmung zu sorgen und jeden Besuch zum Erlebnis zu machen.
Am Tag unserer Ankunft war es dann unsere Aufgabe auf völlig fremde Kinder aufzupassen, die uns noch nie zuvor gesehen haben. Sie tollten um den Pool herum und feierten fröhlich Geburtstag. Die liebe Eva führte uns also in den Pool Bereich und verkündete ernsthaft laut, dass die zwei jetzt hier seien, um auf sie aufzupassen. Wir wissen bis heute nicht was sie erwartet hat, aber für uns war es keine Überraschung, dass der Pool innerhalb von fünf Sekunden menschenleer war. Das Wetter war bombe und wir nahmen die Gelegenheit gerne wahr, um es uns am Pool gemütlich zu machen.
Auch sonst machte Eva immer wieder mit ihrer netten Art auf sich aufmerksam, etwa wenn sie beim Abendbrot verkündete, dass sie eigentlich keine Wwoofer (Leute wie Julia und ich) möge. Bei dieser Gelegenheit sprachen wir sie auch gleich mal auf die Arbeitsbedingungen an. Wir sollten laut Bestimmungen vier Stunden am Tag arbeiten und wir wollten wissen, wann diese denn geleistet werden sollen. Sie meinte, sie möge es nicht, wenn die Leute auf die Uhr gucken und so durften wir am nächsten Tag direkt mal 7 Stunden abreißen. Das pegelte sich zum Glück aber ein. Auch ihre Meinung von Menschen aus Berlin bzw. Großstädten (sie kommt aus dem Süden Deutschlands) war so hoch wie der Informationsgehalt der Bild. Zunächst einmal gab sie uns nichts, auch wenn es nur halb kaputte Ohrenschützer waren, ohne den deutlichen Hinweis diese auch wieder zurückzugeben. Wenn sie irgendwas im Haushalt verlegt hat wurden generell erst einmal wir gefragt, ob wir das eventuell genommen hätten. Es scheint in ihren Augen so zu sein, dass alle Berliner mit fetten Knarren in der Hose durch die Gegend plündern und sich alles nehmen, was nicht festgenagelt ist. Darüber hinaus war Eva eine kleine Heulboje. An einem Tag hatte sie so schlimme Schulterschmerzen, dass sie sich nicht einmal essen auf den Teller tun konnte, nur um dann fünf Minuten später zu telefonieren und den Hörer in welcher Hand zu halten? Genau! Verletzungen wie Schnittwunden in den Fingern oder Krämpfe in den Beinen wurden so zu ganzen Tagesthemen aufgebläht.
Evas Ehemann Ian ist dagegen ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Wir wohnten auf einer demeter Farm und wir hatten keine Ahnung, was das überhaupt bedeutet. Ian ist diesbezüglich wie eine Art Guru, der auf mich mit seinem Charisma irgendwie den Eindruck eines Sektenführers machte. Wir fragten jedenfalls eine Mitarbeiterin der Farm, was denn das besondere an demeter sei und sie sagte, es gehe vor allem darum, dass alles Notwendige, um den Farmbetrieb aufrecht zu erhalten von der Farm selbst hergestellt wird. Außerdem wird hoher Wert auf artgerechte Tierhaltung gelegt. Diese Mitarbeiterin erklärte uns das anhand eines Beispiels, dem Dünger. Den toten Kühen werden die Hörner abgeschnitten und diese dann mit Kuhscheiße gefüllt. Der Kuhmist wird nämlich mehrmals im Jahr gesammelt und aufgehoben, indem die Leute hier über die Felder rennen und das ganze Zeug in Kisten schmeißen. Sind die Hörner gefüllt werden diese dann eingegraben. Warum? Klare Sache, nur so kann der Mist nämlich die Essenz der Erde aufnehmen und vor allem hat so der Kosmos genügend Zeit, auf die eingegrabene Kacke einzuwirken. Danach wird das ganze wieder ausgegraben und verteilt. Wer schon einmal etwas von Rudolf Steiner gehört hat, weiß, dass es wirklich so gemeint ist, wie ich das hier schreibe, auch wenn ich vielleicht eine Prise Objektivität vermissen lasse.
Der liebe Ian gab uns eines Tages die Aufgabe Basti den Bullen quer über die Farm zu einem anderen Platz zu bringen. Dafür gab er mir einen langen Stock, den Hinweis, das Basti der Bulle harmlos sei und viel Glück mit auf den Weg. Wir stutzten. Da Julia überraschenderweise großen Respekt vor Tieren hat, die zehnmal soviel wiegen sie, stand ich Basti dem Bullen dann auch bald allein gegenüber. Am Anfang klappte das ganze auch relativ problemlos, Ian stand 20 Meter entfernt hinter einem Zaun und schrie, was ich machen solle, Julia stand zwischen Ian und mir und ich gestikulierte wild in Bastis Gesicht. Basti der Bulle lief so ein paar Meter, doch irgendwann wurde er schneller. Viel schneller. Dabei steigerte sich Basti der liebe Bulle dermaßen in wildes Gemuhe rein, dass bald nur noch monströse Schreie aus ihm drangen. Er galoppierte nun schon fast und das ziemlich genau auf einen Riesen Haufen Stroh zu. Ich schaute mich nach Hilfe und nach eventuellen Fluchtwegen um und fand mich quasi mitten im nirgendwo. Ian war natürlich langst verschwunden, Basti der Bulle war ja harmlos. Julia war noch da, doch ich konnte ihre Gesichtszüge nicht erkennen. Basti der harmlose Bulle raste nun so doll in das Stroh hinein, dass sein ganzer Kopf darin verschwand. Ich schaute abwechselnd auf Basti den freundlichen Bullen und den immer kleiner werdenden Stock in meiner Hand und hoffte insgeheim nur, das Basti der ruhige Bulle keine unheilvollen Schlüsse aus diesem Verhältnis ziehen wird. Basti der nette Bulle wütete weiter im Stroh und arbeitete sich in die für mich richtige Richtung fort, bis er irgendwann wieder in den Sprint überging und durch das Tor rauschte, durch das er tatsächlich auch sollte. Ich nahm meinen Mut zusammen, Julia nickte mir zu und ich rannte hinter ihm her und schloss das Tor.
Uns ist es in Neuseeland schon öfter aufgefallen, aber hier gab es dann die endgültige Bestätigung, Schafhunde sind unglaublich! Wir durften es oft erleben und es ist wirklich sensationell, was diese Hunde leisten können. Der hiesige Hund heißt Mack, ein schwarz brauner Rüde. Bei der Arbeit zofft er sich mit Schafen und ausgewachsenen Kühen, bellt bedrohlich und fletscht die Zähne, aber auf dem Hof ist er so harmlos wie Leverkusen und Schalke im Champions league Achtelfinale. Er kommt an, wackelt mit dem Schwanz und lehnt sich so doll an deine Beine, dass er umfiele, würde man einen Schritt zurück gehen.
Wir haben hier also eine Menge erlebt und hatten hier doch eine nette Zeit. Außerdem war das Essen erste Sahne und auch ausreichend. Fairness halber muss auch erwähnt werden, dass wir uns einige Abende sehr nett mit den beiden unterhalten konnten.

image image image image image image image image

13.2.2014 – Springston, Neuseeland

Der vorletzte Schritt

Die Woche vom 8. bis 15.2. verbrachten wir bei einer Familie, die uns sehr an unsere erste Gastfamilie erinnerte. Wir bewohnten ein flaches lang gezogenes Haus in dem so viel Ordnung herrscht wie bei einem Fußballspiel einer F-Jugend. Hier leben 4 Menschen, Eltern und zwei Jungs, 12 und 15, vier Hunde, Schafe, Kühe und eine Schildkröte in der Badewanne. Zwischen den Klamotten, den Schuhen, der Wäsche, den DVDs, den Möbeln und dem dreckigen Geschirr befinden sich drei Flachbildfernseher. An einem, mit Skybox, sitzt immer der kleine Sohn und wechselt nervöse Blicke zwischen Fernseher und seinem Handy. Am nächsten Fernseher sitzt zwischen Rugbytraining, schlafen und Schule der andere Sohn und spielt auf seiner Xbox.
Tagsüber sind wir größtenteils allein und widmen uns wie immer geistreicher Arbeit, etwa Laub harken, Unkraut jähten oder männlich mit Axt Holz hacken. Erhabene Gesellschaft und extravagante Gespräche finden wir abends beim Dinner. Ist das essen fertig wird eine Schlange gebildet, jeder nimmt sich eine Portion und zieht sich vor seinen Lieblingsfernseher zurück. Um das so bequem wie nur möglich zu gestalten werden extra gepolsterte, kleine Tischchen gestellt, die man sich aufs Knie legen kann.
Die oben angesprochene Ähnlichkeit mit einer vorherigen Gastfamilie besteht jedoch nicht nur in der Unordnung, sondern ebenso darin, dass es irgendwie gegen die Etikette zu verstoßen scheint sich mehr als eine Portion zu genehmigen.
Die Umgebung hier ist unspektakulär, alles ziemlich flach und die nächstgelegene Stadt besteht aus Häusern, die innerhalb von drei Monaten aus dem Boden gestampft wurden und auch dementsprechend aussehen.
Viel mehr gibt es an dieser Stelle nicht mehr zu schreiben. Dieses ganze Arbeiten geht uns mittlerweile echt auf Zeiger und wir sind sehr glücklich darüber, dass wir nur noch zwei Wochen vor uns haben und dann unseren Trip nach Neuseeland ausklingen lassen können und noch Gelegenheit haben werden die ein oder andere Sache zu sehen und zu erleben.
Wir sind jedenfalls relativ froh, dass die Woche vorüber ist und hoffen nun darauf, dass es bei der nächsten und letzten Familie wieder so angenehm wird wie bei den beiden Exilholländern.

image image

1.2.2014 – Rangiora, Neuseeland

Glück und ein wenig Wehmut

Seit 1 1/2 Wochen sind wir nun auf der Südinsel. Die Überfahrt mit der Fähre Haben wir gut überstanden, Julia verbrachte die Zeit mit schlafen und ich damit, die Filme zu gucken, die gezeigt wurden. Der erste Film war ein als Hollywoodfilm getarnter Werbefilm für Google (Internship), wonach bei Arbeitslosigkeit und drohender Armut zur Not Google bereit steht und selbst hoffnungslosen Versagern eine Chance bietet. Ganz amerikanischer Traum eben. Wenn nicht Owen Wilson und Vince Vaughn ein Talent für Comedy hätten, wäre der Film glatt als Frechheit durchgegangen. Bei der Auswahl des zweiten Filmes hat sich die Crew wohl besonders gefreut, denn sie präsentierte einen Streifen, bei dem es um Rettungsschwimmer geht, die für besonders schwere Fälle auf hoher See ausgebildet werden. Ich verdrängte diesen unglücklichen „Zufall“ und freute mich stattdessen über die Aussicht an Deck, die sich irgendwann gegen 6 Uhr morgens einstellte. Nach drei Stunden auf dunkler, mehr oder minder schaukelnder See manövrierte der Kapitän das Boot durch die kluftigen marlborough sounds, zwischen deren Spitzen irgendwann die kleine Stadt und unser Ziel Picton auftauchte. Von Bord fuhren wir dann gegen sieben morgens und wir steuerten direkt die erste öffentliche Toilette an, neben der wir parkten und noch ein paar Stunden schliefen.
Drei bis vier Stunden später waren wir wieder in voller Bewegung Richtung Christchurch, unserem Reiseziel. Ich war erstaunlich fit, doch wusste ich, dass die Müdigkeit wie ein Damoklesschwert über mir hing und nur auf den ungünstigsten Moment wartete, um mit brutaler Wucht auf mich niederzuprasseln. Unter dieser Voraussetzung hatten wir also 5 Stunden Fahrt vor uns, denn eine Gastfamilie wartete schon auf uns, bei der wir zwei Wochen bleiben dürfen. Mit einen Zwischenstopp in Kaikoura auf etwa der hälfte der Strecke, während dem Julia im Auto schlief und ich am Strand in der Sonne lag, brachten wir den Trip jedoch ohne etwaige Hiebe hinter uns und durften am Abend seit mehr als einem Monat unsere geschundenen Körper wieder in ein richtiges, stationäres Bett fallen lassen.
Die Familie besteht aus Immigranten aus der Niederlande, die vor 25 Jahren hergekommen sind und ihre ganze Familie, 3 Kinder und 7 Enkel, ganz in der Nähe wohnen haben. Die zwei älteren Herrschaften sind sehr nette Menschen und wir können hier recht angenehme Arbeiten verrichten und das auch nur für drei Stunden am Tag. Dafür leben wir in einer eigenen kleinen Hütte und können uns selbst verpflegen.
Ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen, um der HISTORYMACHINE „goodbye“ zu sagen. Entgegen unseren Ängsten und trotz des unnötigen, selbst verursachten Stresses haben wir unser lieb gewonnenes Vehikel in weniger als einer Woche verkauft. Dank dem Erlös daraus und dem übrig gebliebenen Geld von unserer Zeit in Hastings haben wir unseren Trip nun zu Ende gedacht und geplant. Alles ist gebucht und arrangiert. An dieser Stelle geht also von Julia und mir ein fettes „danke-und-mögest-du-weiter-alle-Besitzer-der-sonne-entgegen-tragen“ raus an die HISTORYMACHINE, die uns schlussendlich nicht nur einen Monat voller faszinierender Ereignisse und Erfahrungen auf der Nordinsel ermöglicht hat, sondern uns auch per Nachlass ebensolche auf der Südinsel ermöglichen wird. Es gibt Dinge, die man niemals vergessen wird und als erstes eigenes Auto hat die HISTORYMACHINE ihrem Namen alle Ehre gemacht und sich in die persönlichen Geschichtsbücher von Julia und mir eingetragen.

imageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimage

17.1. – 21.1.2014 – Wellington, Neuseeland

Das letzte Ende der Nordinsel

Wir sind also angekommen, am vorläufigen Ende unseres Reisemonats. In der Nacht auf den 22. geht unsere Fähre auf die Südinsel, doch dort ist dann erst einmal wieder arbeiten angesagt. Nach unserer Rechnung sollten drei Wochen arbeiten ausreichen, um den Rest unseres Aufenthaltes in Neuseeland und die letzte Woche auf Tonga finanzieren zu können. Damit und mit dem Geld vom Verkauf unseres Autos sollten wir keine Probleme bekommen.
In Wellington angekommen, besser gesagt im Vorort lower Hutt, peilten wir wie immer erstmal die Touristeninformation an. Wie erwartet gibt es direkt in Wellington nichts günstiges, was für uns in Frage kommen würde. Also fuhren wir in einen Waldpark ganz in der Nähe und fanden dort eine geeignete Unterkunft für uns und die HISTORYMACHINE. Das Wetter war extrem kühl und windig, ich musste mir das erste mal seit langem lange Hosen überwerfen.
Tags darauf sah das allerdings anders aus. Es war zwar nicht wirklich sommerlich warm, aber die Sonne schien dafür den ganzen Tag. Wir fuhren das erste mal direkt nach Wellington rein und unser Ziel waren die Red Rocks direkt am Meer. Die Landschaft dort ist mal wieder atemberaubend. Zwanzig Meter und weniger vom Strand entfernt begannen steile Abhänge aufzusteigen, sodass man links die unendlichen Weiten des Pazifiks und rechts Bergketten vor sich hatte. Wir zogen also unsere Arbeitsschuhe an und stiefelten ca. zwei bis drei Stunden direkt am Strand entlang. Als wir dann schon an den Red Rocks vorbei waren und um eine der vielen Ecken kamen lagen auf den Steinen und im seichten Wasser faul Robben (Blog Bildungsauftrag: Robbe in englisch ist seal) herum. Die waren so faul, dass sie sich von uns gar nicht gestört fühlten und wir in Seelenruhe Fotos machten konnten. Es war schon ein cooles Gefühl, Tiere, die man sonst nur aus dem Zoo kennt auch mal in freier Wildbahn zu sehen.
Wir hatten uns vorgenommen auch endlich mal etwas intellektuelles und kulturell wertvolles zu unternehmen und darum führte uns unser Weg in das Museum „Te Papa“. Es liegt selbstverständlich am Wasser und genau im Zentrum Wellingtons. Wir müssen beide zugeben, dass Museen ja nicht viel Reiz auf uns hatten, aber dieses Museum ist der oberknaller. Es sind 6 Etagen, nach Themen wie Entstehung Neuseelands und Geschichte Neuseelands oder Kunst der Maori geordnet. Jedes Thema war super gestaltet. Es gab immer irgendwas zu sehen, zu hören und Knöpfe konnte man auch immer drücken. Außerdem gab es eine interaktive Karte Neuseelands, auf der man laufen kann und damit Videos an den seitlichen Wänden ausgelöst werden, je nach dem auf welchem Teil des Landes man sich gerade befindet. Dann gab es noch ein Erdbebenhaus, in welchem ein Erdbeben simuliert wurde und dabei auf einem Fernseher die Auswirkungen auf eine Wohnung gezeigt wurden. Beeindruckend und beängstigend zugleich. Als Erzieher müssen wir auch sagen, dass Museen bei Kindern keinen so schlechten Ruf hätten, wenn sie so aus aussehen würden. Wir haben selten Orte gesehen, an dem es Kindern leichter fallen würde sich Wissen anzueignen. Und bei alle dem, das ist das Sensationellste dabei, war der Eintritt frei.
Die zweite kulturelle Tour führte uns in die WETA Cave. Dies ist das wohl bekannteste, kleine Filmstudio der Erde, denn es war nicht nur für die Hobbit -und Herr der Ringe Teile verantwortlich, sondern hat auch bei sämtlichen Blockbustern der letzten Jahre die Finger mit im Spiel (Tim und struppi, King Kong, ironman etc.). Der Eintritt war wiedermal frei und wir durften uns sogar ein exklusives Video anschauen, in dem die Geschichte des Studios kurz umrissen wird. Mitte der Neunziger hat ein neuseeländisches Pärchen das Ding eröffnet, aus Lust und Laune. Eines Tages kam dann ein Typ aus der Nachbarschaft und wollte irgendwelche komischen und superekligen Zombiefilme machen. Das haben sie dann auch gemacht und ein paar Jahre später kam der gleiche Typ wieder und zwar mit großen Plänen. Dieser Kerl heißt Peter Jackson und was dabei heraus kam wissen wir alle und dank dieses Projektes hat es dieses kleine Studio innerhalb von zwanzig Jahren zu Weltruhm geschafft.
Am Dienstag mussten wir dann die Zeit totschlagen, bis wir 2:30 Uhr mit dem Schiff ablegen konnten. Glücklicherweise hat es nur geregnet, aber die Bibliothek und freies WLAN haben uns gerettet. So konnten wir mal wieder einen deutschen Krimi schauen, der sich dann aber leider als ziemlich fad herausstellte. Hölzerne Dialoge und eine wie so oft unpassende und unfreiwillig komische Romanze haben dabei fast den dämlichen Plot rund um Auge-um-Auge-Gedöns überlagert. Aber auch nur fast.

image image image image image image image image image image image image image image image image image image image image

Und die coolste Statue, die ich jemals gesehen habe:

image

Reisetagebuch, Teil drei

12.1. – 13.1.2014 – Tongariro Nationalpark

Am Fuße des Weltkulturerbes

Nach der siebten Nacht in Taupo spürten wir langsam den Atem der Zeit im Nacken. Also rissen wir unsere Blicke vom erhabenen Antlitz des Mount Tongariro los und fuhren mit Rückenwind geradewegs zu dessen Fuße. Wieder einmal spielte das landschaftliche Neuseeland alle seine Trümpfe gekonnt aus und ließ uns nur mit staunenden Gesichtern den Asphalt entlang gleiten. Bei angenehmen 20-25 Grad fuhren wir zwischen Bergen entlang, die wie zum Geleitschutz empor ragten, um uns zu ihrem Anführer zu bringen, bei dessen Anblick man nicht nur demütige Ehrfurcht, sondern auch ein wenig Bewunderung empfindet. Der 2700 Meter hohe Berg steht in seiner ganzen Größe einsam seinen Mann und warnt mit seinem schneebedeckten Gipfel alle naiven Wanderer regelrecht vor der Besteigung.
Wir erhörten die Warnung, denn der Weg herauf soll ca. 19 Stunden dauern. Außerdem warten nicht nur starker Wind, sondern auch fiese Kälte und ziemlich unwirtliche Wege auf weichliche Gestalten wie uns. Wir beließen es also bei Fotos aus der Ferne und einer Nacht im Auto mit tollem Blick auf dieses prächtige Stück plattentektonischer Arbeit.

image image

13.1. – 15.1.2014 – Wanganui

Mit unserer Ankunft in Wanganui sind wir nun endgültig im Süden der Nordinsel gelandet. Diese kleine, gepflegte Stadt bestätigt unsere Vermutung, wonach Städte am Wasser zumeist recht hübsch sind, Städte im Landesinneren allerdings ziemlich unattraktiv. Direkt am Meer und mit einem Fluss das Zentrum durchquerend erstreckt sich die Stadt über mehrere Hügel, sodass man von mehreren Punkten eine tolle Aussicht weit über die Stadtgrenzen hinaus hat. So verbrachten wir die Zeit damit ein wenig durch die Innenstadt zu schlendern, einen Hügel zuzüglich des Turmes auf der Spitze zu besteigen und einen fast 100 Jahre alten unterirdischen Fahrstuhl in jenem Hügel zu nutzen.
Erwähnenswert ist außerdem noch unsere Unterkunft in diesen zwei Nächten. Nach unserem obligatorischen Stopp in der Touristeninformation und den dazugehörigen üblichen Fragen (kostenloser Campingplatz, Supermarkt, Wetter und eventuell Duschen?) wurden wir auf eine „inoffizielle“ Möglichkeit hingewiesen. Auf einem Privatgrundstück, welches einem älteren Herren gehört, darf für fünf Tacken pro Nase nicht nur gecampt, sondern auch die Küche und die Dusche mit warmem Wasser (!) genutzt werden. Als wir dort ankamen, empfing uns besagter Herr und führte uns durch die Räumlichkeiten. Dabei hatten Julia und ich mit der ersten Sekunde ein Gefühl der Sympathie für ihn übrig. Er war offensichtlich froh über die Gesellschaft. Die Küche und Dusche waren in seinem Haus, worin er allerdings nicht mehr wohnt. Er hat sich einen netten Bus im Garten hergerichtet, in welchem er haust. Er machte auf uns jedenfalls einen sehr einsamen Eindruck und wir hätten ihn zum Abschied am liebsten umarmt.

image image image image image image

15.1. – 17.1.2014 – Palmerston North

In der für neuseeländischen Verhältnisse großen Stadt (73.000 Einwohner) wurden wir mit bombigem Wetter empfangen. Unserer kürzlich aufgestellten Vermutung, Städte im Inland seien meistens hässlich, wurde hier wiederum ein Kontrapunkt entgegengestellt. Wahrscheinlich auch dem Licht des azurblauen Himmels geschuldet springt dem Besucher vor allem das quadratische Zentrum ins Auge. Ein hoher, schmaler Turm in der Mitte eines großen Parks mit geplegtem, grünen Rasen markiert ziemlich genau die Stadtmitte. Drum herum sind dann alle wichtigen Institutionen angesammelt, die man so brauch. Eine geräumige und moderne Bibliothek, modische und teure Shops, Supermärkte und so weiter.
Unsere Unterkunft schlugen wir in einem kleinen Vorort auf, wo wir wieder schmuck kalt Duschen konnten und vom Schlafplatz aus die nette Aussicht auf einen Friedhof genießen durften.
Am Donnerstag hatten wir uns dann auf einen schönen Tag am Strand gefreut, worin uns auch die Wetterprognose der Touristeninformationsfrau bestärkte. Als wir jedoch morgens startklar waren und unsere Nasen dem neuen Tag vorstellten, wurden diese mit Nieselregen und kaltem, aber dafür starkem Wind begrüßt. Wir planten also um und verbrachten den Tag mit angenehmen Angelegenheiten wie Wäsche waschen und Second-Hand Bücherläden durchstöbern auf der Suche nach Harry Potter 6 und 7, denn Julia hat mich gezwungen die Reihe einmal komplett zu lesen und unerwarteterweise habe ich nun gewisse Probleme damit die Bücher aus der Hand zu legen…

image

Also hier die Fotos vom Schwung:

TBNZ_TPCH_2014_01_08_C1013_8414 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C1013_8424 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C1013_8426 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C1013_8428 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C3013_2319 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C3013_2320 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C3013_2322 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C3013_2323 TBNZ_TPCH_2014_01_08_C3013_2324

😀

5.1. – 12.1.2014 – Taupo

Die Stadt des grünen Wassers

Die Stadt am gleichnamigen See, dem größten Binnengewässer des Landes, versprach schon vorher einige spaßige und spannende Erlebnisse. Nachdem wir am Morgen im Regen losgefahren sind, kamen wir mittags in der Sonne an. Da es öffentliche Duschen und einen kostenfreien Campingplatz gibt, wurde auch unser Sparzwang ausreichend befriedigt und wir stellten uns auf ein paar Tage und Nächte hier ein.
Am Montag machten wir erstmal eine gemütliche Bootstour. Diesmal wollten wir unbedingt den passiven Part spielen und wählten darum einen Dampfer. So schipperten wir zwei Stunden lang über klares, grünes Wasser und konnten bei feinstem Sonnenschein die Berge der Ferne bestaunen, die nebst schneebedecktem Berggipfel auch den Schicksalsberg aus der Herr der Ringe beherbergen. Höhepunkt der Tour waren aber Schnitzereien alter Maori-Stämme in riesige Steine direkt an der Küste des Sees. Ich versuche erst gar nicht, diese zu beschreiben und verweise an dieser Stelle einfach auf die wie üblich angehängten Fotos. Spaßig war dieser Trip übrigens wahrscheinlich eher für mich, da Julia vergaß zu erwähnen, dass sie etwas seekrank ist. Trotz vorher eingenommener Reisetablette machte Julia die meiste Zeit der Fahrt ein Gesicht wie Mitarbeiter der CIA auf einer Datenschutz-Konferenz. Tags darauf lachte uns die Sonne wieder derart ins Gesicht, dass wir regelrecht dazu genötigt wurden den städtischen Strand aufzusuchen, um unseren wohlgebräunten Pelz unserem Lieblingsstern zuzuwenden. Nachmittags verschlug es uns dann jedoch auch in den Thermal-Park. Denn auch hier ist die vulkanische Aktivität zu sehen und manchmal auch zu riechen. Zu unserem Staunen hielt der ebenso glasklare und grüne Fluss eine kleine Stelle bereit, in der von der Seite kleine Bäche im Fluss münden, deren Wasser so warm war, dass es dampfte. An der Stelle, wo sich die Strömung des Flusses und die der Bäche trafen, war das Wasser unter der Wasseroberfläche warm und am Grund kalt. Sehr beeindruckend, befanden wir zwei einstimmig.
Tags darauf stand erst einmal wieder ein Besuch der Bibliothek an. Kostenloses Internet und die Möglichkeit des Aufladens unserer Geräte hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf uns. Bevor wir aber auch nur irgendwas machen konnten, ging ich erstmal einen frisch gedruckten Strafzettel fürs Falschparken bezahlen. Ich stand gestern anscheinend in einer Parkzone, wo man nur eine Stunde halten darf, auch wenn ich einen Hinweis vergebens suchte. Wie dem auch sei, ich kam nicht umhin die 15 Dollar zu zahlen. Ist ja eh schon so günstig, das Leben hier…
Nachmittags nahmen wir dann unseren gesammelten Mut zusammen und fuhren zu „Taupo Bungy“. Wir wollten nicht kopfüber springen, sondern zu zweit nebeneinander herunter schwingen. Wie gesagt, eine riesige Schaukel halt. Wir meldeten uns an, schauten den vorherigen Springern zu, bezahlten, ließen uns wiegen, unterschrieben, dass wir im Falle etwaiger geprellter,gebrochener oder abgerissener Gliedmaßen niemanden verklagen werden und schließlich, dass wir dies alles bei vollem Bewusstsein gelesen und verstanden haben. Zutiefst beruhigt gingen wir demnach auf die Plattform und ließen uns von den sehr „witzigen“ Mitarbeitern in die Westen, Ketten und Schnüre helfen. Nachdem die Mitarbeiter dann diese Dinge nochmals kontrollierten und zwar mittels verunsichernd unmotivierten Abzählens aller Haken etc. wurden wir von der Plattform ins Leere geschoben. Ich hörte noch jemanden sagen, er würde gern auf unserer Beerdigung singen und er hätte eine Stimme wie Beyonce, aber in meinem Kopf herrschte ebensolche Leere wie unter uns war. Noch bevor ich verarbeiten konnte, was dort gesagt wurde, wurden wir unter einem fiesen „See you later“ vom Haken gelassen…und wir flogen 40 Meter in die Tiefe. Freier Fall. Freier, verdammter Fall. Meine Eingeweide fühlten sich an wie auf Karneval und ich hörte mich nur unnatürlich hoch schreien, als wir endlich in den Schwung übergingen, von dem wir wiederum so viel hatten, dass wir auf der anderen Seite direkt nochmal frei fielen. Erst dann war der Spuk vorbei und wir konnten die Aussicht genießen. Eine hohe Klippe und wunderbar grünes, klares Wasser.
Die restliche Woche verbrachten wir dann eher in ruhigem Tempo. Wir wälzten uns faul in der Sonne rum, besichtigten die Stadt und besuchten einen der in Neuseeland häufig vorkommenden Wasserfälle. Die Huka Falls sind ganz in der Nähe von Taupo. Das besondere an diesen Fällen ist, dass die Wassermassen durch eine enge Gasse gequetscht werden und zwar mehr vertikal als horizontal. Es ist also eher eine ziemlich große und reißende Stromschnelle, die durch ihre Wucht und das, ich muss es wiederholen, wunderbar grüne Wasser dennoch ziemlich hübsch anzusehen ist.

Die Schwung Fotos werden nachgereicht.

imageimageimage image image image image image image image image image image image image image image image image

4.1.2014 – Waitomo Caves

Die Höhlen des Wehklagens

Nachdem wir über Silvester bis zum 3.1. in Raglan einen kleinen Strandurlaubs – Zwischenstopp gemacht haben, um uns von den vielen Eindrücken zu erholen und natürlich, weil wir gleichzeitig gern daran gedacht haben, dass ihr im kalten Winter hockt, stand am 4.1. dann der Besuch der Waitomo-Höhlen auf dem Erlebnisplan. Ich war zwar nie wirklich scharf darauf, mich in einem Land, welches seine beeindruckende Landschaft fast ausschließlich Vulkanausbrüchen zu verdanken hat, unter Tage zu begeben, doch das kleine Beiwort „Glowworm“ hat mich dann schnell Umdenken lassen.
Im genannten Waitomo Gebiet gibt es drei verschiedene Höhlen und zwei davon haben wir uns ausgeguckt. Die Glowworm-Cave war die erste davon und in einer Gruppe von gefühlten 100000 Menschen wurden wir hineingeleitet. Wir liefen 15 Minuten durch zugegebenermaßen ziemlich beeindruckende Gewölbe, die in ihrer Höhe zwischen 1,50 und 14 Metern variierten. Nach dieser Viertelstunde, in der unserer Guide Dinge redete, die aufgrund der schieren Masse an Menschen keine Sau verstand, wurde uns mitgeteilt, dass wir nun in ein Boot steigen und dann über den unterirdischen Fluss in ausschließlich von Insekten beleuchteten Gewölben schippern würden. Nach zwanzig Minuten warten waren wir an der Reihe und durften uns ein Boot mit einer Horde laut quasselnder Russen teilen. Die Bootsfahrt wiederum dauerte zehn Minuten und der Spaß war vorbei. Aber das beste kam ja danach noch. Vor Betreten der Höhle sollten wir uns vor eine grüne Wand stellen und ein Foto wurde geschossen. Nach der Führung wurden uns diese Wunderwerke der Fotografie vor so schlecht gephotoshoppten Hintergründen, die sogar Stevie Wonder besser hinbekommen hätte, für schlappe 35 Dollars angeboten. Praktisch gedacht, da Fotos innerhalb der Höhle nicht erlaubt waren. Angesichts dessen, des saftigen Preises, der unpersönlichen Massenabfertigung und des von 45-minütiger Führung 20-minütigen Wartens, verfielen Julia und ich in lautes, vorwurfsvolles Gemurmel und unsere Mundwinkel tendierten gen Erdmittelpunkt, sodass es sogar Angela Merkel die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte.
Doch zu unserem Glück hatten wir auch die Ruakuri-Cave gebucht. Dort erwartete uns eine 2-Stunden Tour, die ihr Geld auch wirklich wert war (man durfte sogar Fotos schießen!). In einer Gruppe von vielleicht 15 Leuten zuzüglich Führer ging es einen beeindruckenden kreisförmigen Eingang tief runter in die Erde. Wir waren zum Teil bis zu 50 Meter tief weit unten. Außerdem war es kalt, es war ca. zehn Grad kühler als über der Erde. Die verschachtelte Höhle hatte Wahnsinns Steinformationen zu bieten, einen unterirdischen Fluss, geradezu zu Hallen geformte Räume, an deren Decke sich wiederum Glühwürmchen befanden, sodass es aussah wie ein Sternenhimmel. Wir verließen diesen Ort jedenfalls weitaus besser gelaunt als wir ihn betreten haben und außerdem mit der Erkenntnis, dass man an wahren Wundern nicht zweifeln kann, denn die Natur und ihre Kräfte an sich sind zu Dingen in der Lage, die man sich kaum vorzustellen vermag.

imageimageimageimageimageimageimageimage

25.12. – 30.12.2013, Northland, Neuseeland

Upnorth Trip

Als wir also am 25.12. die Coromandel Halbinsel verlassen wollten, fiel uns auf, dass wir, wenn wir in diesem Tempo weiter reisen, schon lange vor dem 22.1. in Wellington ankommen und damit unseren Rundtrip auf der Nordinsel beenden würden. Da wir aus irgendeinem Grund von vornherein das Gebiet nördlich von Auckland, das Northland, aus den Planungen ausgeschlossen haben, war nun die perfekte Möglichkeit gekommen, diese Fehlplanung zu korrigieren. Also einigten wir uns auf einen Abstecher in den nördlichsten Teil des Landes, wo laut Reiseführern und Einheimischen niemals Winter ist. Dies soll ca. drei Tage in Anspruch nehmen und danach wird die Reise nach ursprünglicher Planung fortgesetzt.
Unser Ziel war das Cape Reinga, ganz im Norden des Landes und Ort des Zusammentreffens von dem tasmanischen Meer und dem pazifischen Ozean. Dieses Kap liegt am Ende des 90 Mile Beach, einem Strand, der ganze ….96 Kilometer lang ist und wird standesgemäß von einem Leuchtturm verziert. Wir fuhren nach Kaitaia, die letzte größere Stadt im Norden, und buchten von dort eine Tagestour mit dem Bus, die uns sämtliche Highlights versprach. Diese Tour fand am Samstag, den 28.12. statt.

7:00 Uhr, Campingplatz

Der Wecker klingelt. Treffpunkt ist 8:45 Uhr vor der Touristeninformation in Kaitaia. Von unserem Zeltplatz aus sind es ca. 20 Minuten Fahrt und wir wollen 8:00 Uhr los. Wir bleiben liegen, „ist ja schließlich noch Zeit“. „Wir stehen aber gleich auf und frühstücken was,okay?“frage ich. Ich meine ein Ja aus Julias Richtung zu vernehmen und bereue 25 Minuten später, diese Frage nicht konkreter formuliert zu haben. Schließlich essen wir leckeren Toast, denn unser eigenes Brot ist verschimmelt und wurde mittlerweile vom frei laufenden Hahn vertilgt. Als wir fertig sind und unsere Zahnbürsten einsatzbereit machen, schaue ich auf die Uhr und es ist 8:07 Uhr. Als wir wiederum damit fertig sind ist es 8:13 Uhr und ich frage mich, ob ich schon jemals so lange Zähne geputzt habe.

8:40 Uhr, Touristeninformation

Wir fahren pünktlich am Treffpunkt vor. Zu diesem Zeitpunkt zieht sich der Himmel etwas zu, doch wir sind guter Dinge. Ich gehe rein, um zu Fragen, ob wir an der richtigen Stelle sind, um aufgesammelt zu werden. Die Frau am Schalter glaubt nicht an viel regen heute, belausche ich ein Gespräch. Fünf Minuten später, am richtigen Ort, treffen wir auf erste Mitfahrer. Vier Amis, alle ärmellose Shirts an und mit einem Football auf dem Vorplatz mehr oder weniger kontrolliert rumbolzend. Ein ziemlich cooler Bus oder besser gesagt Truck fährt vor, dessen Hinterräder weitaus höher sind als die vorderen. Auch platzmäßig macht er einen ziemlich reifen Eindruck. Wir lesen die Aufschrift, die da lautet „Dune-Riders“. „Ziemlich cool“, denke ich, ob das wohl der Bus von der Firma „Sand Safaris“ ist? Zwei Minuten später sitzen Julia und ich auf zwei Plätzen im Bus der Sand Safaris, die kleiner scheinen als eine Rückbank eines Clownsautos. „Na hoffentlich hält wenigstens das Wetter“, denke ich.

10:45 Uhr, 90 Mile Beach

Es hat angefangen zu regnen. Die Klimaanlage im Bus ist dennoch auf Arktis eingestellt und selbst die Amis haben sich schon das übergeworfen, was sie noch dabei haben. Sie sind mit Handtüchern über den Schultern bedeckt. Mittlerweile sind ganze indische Stämme mit an Bord, von sehr jung (direkt vor uns) bis sehr alt. Die Oma und unserer Vermutung nach auch „Mama der Familie“ (mit Paten-Akzent zu lesen) sitzt den ganzen Tag in ihrer Ecke und beobachtet. Wir dürfen das erste mal aussteigen und den riesigen Strand betreten. Dank des Regens ist die Sicht so gut und klar wie Wladimir Putins Umgang mit sachlicher Kritik.

12:00 Uhr, Cape Reinga

Es regnet noch immer und es ist so bedeckt, dass uns das Licht des Tages ein Bett herbeisehnen lässt. Wir haben vom Busfahrer 45 Minuten bekommen, um den kurzen Gang zum Ende des Landes zu gehen. Julia und ich lassen uns vom Wetter nicht lumpen und marschieren los. Der Regen, der Wind und die dadurch gefühlte Kälte fühlen sich so an, als würde man sich nackt nach dem Eisbaden vom Ventilator trocknen lassen. Wir laufen also hin, schießen ein paar Fotos bei dieser immer noch grandiosen Sicht und flüchten uns zurück in den ja zum Glück warmen Bus, wo uns eines der jungen indischen Kinder mit einer vollen Buchse begrüßt.

14:30 Uhr, Street Highway

Es regnet. Die Eltern der Kinder von der Bank vor uns scheinen Schlaftabletten genommen zu haben, denn die Gören machen nicht nur was sie wollen, sondern auch wie laut sie es wollen. Der Duft der vollen Hose hat sich im ganzen Bus verteilt und nur die Amis sind immer noch guter Laune. Draußen herrscht mittlerweile völlige Sintflut und man kann nichtmal mehr drei Meter weit gucken. Wenigstens sind wir schon auf dem Rückweg und wir üben uns in Galgenhumor.

16:45 Uhr, Touristeninformation

Es regnet. Zurück am Ausgangspunkt angekommen hoffen wir, diesen Tag hinter uns lassen zu können. Als wir durch den Monsun zurück zum Auto schlendern, fällt mir auf, dass die Lichter brennen. „Oh verdammte ***********“, denke ich. Ich stecke den Schlüssel in die Tür und will aufschließen, doch die Zentralverriegelung versagt und öffnet nur die Fahrertür. Ich kläre Julia auf und ihre Miene wird dunkler als das Wetter. Unwetter ist angesichts von Julias Zorn nur noch eine Lappalie. Ich renne in die Touristeninformation und wähle den Versicherungsnotruf. Zum Glück wird uns schnell geholfen und es wurde sehr schnell nicht nur der Batterie das Leben gerettet..

image image image image image image image image image image

Reisetagebuch, Teil zwei

22.12.2013 – Hobbiton

Jeder der mich kennt weiß, dass ich die Herr der Ringe Trilogie nicht nur liebe, sondern diese Filme meine ganze Jugend mitgeprägt haben. Ich habe jedem, der mir damals über den Weg lief, ob immer noch in Freundschaft oder Liebe verbunden oder nicht, wahrscheinlich teils penetrant darauf hingewiesen, wie episch diese Filme seien.
Es ist nicht nur die filmische Meisterleistung, solch ein Werk in dieser Art zu verfilmen, es ist nicht nur, dass der Geist der in vielerlei Hinsicht fantastischen Vorlage perfekt aufgefangen wurde und es sind nicht nur die epischen und unglaublich coolen Kämpfe und Schlachten, die diese Filme zu dem Star Wars unserer Generation machen. Es ist weit mehr als nur das. Keine andere Musik schafft es nach nunmehr 12 Jahren mir mit der ersten Sekunde eine Gänsehaut auf die Arme zu zaubern. Die Geschichte und Moral der Freundschaft zwischen Frodo und Sam hat mich nicht nur gelehrt, dass jede Last zu ertragen ist, wenn man jemanden an seiner Seite hat, dessen Schultern und Hingabe mit der Schwierigkeit der Aufgabe wachsen. Sams Rede am Ende des zweiten Teils („es gibt immer etwas Gutes auf der Welt, für das es sich zu kämpfen lohnt“), treibt mir noch heute Tränen in die Augen und dieser Satz hat mich schon so manchen Hügel erklimmen lassen. Die ganze Art und Weise, wie Sam nicht nur Frodo, sondern den ganzen vermeintlichen Niedergang seiner kleinen Welt erträgt, lässt mich nicht nur glauben, dass Sam der eigentliche Held der Geschichte ist, er hat mir auch eine Lektion mit auf meinen Weg gegeben.
Es ist eine Geschichte über Verlust, Trauer, Tod, für mich aber vor allem der Hoffnung und des Optimismus. Alle Charaktere stecken nie auf und die Momente, in denen einer er Figuren kurz davor ist, sind die Momente, die eine Wirkung auf mich hatten. Es sind Sätze von Gandalf wie, „manche von uns, die leben, verdienen den Tod, manche die nicht mehr unter uns sind, verdienen das Leben. Aber kannst du derjenige sein, das zu beurteilen?“. Ohne darüber nachzudenken, prägten sich diese Sätze bei mir ein und noch heute erschließen sich mir immer neue Bedeutungen.
Ich sehe mein 12-jähriges Ich regelrecht vor mir. Wie ich nach dem ersten Sehen des Filmes nicht einschlafen konnte, wie das nach jedem der drei Filme der Fall war. Die Freude auf die Filme war damals größer als die Freude auf Weihnachten. Diese Filme sind für mich ein Geschenk, heute wie damals. Wenn ich heute die Filme schaue und das tue ich oft, erwecken sie die gleichen Emotionen in mir wie damals. Sie bilden eine Brücke zwischen den Anfängen meiner Pubertät und der Zukunft, die niemals einstürzen wird. Ich sehe mich damals, ich sehe mich heute und ich erkenne so viel der Einstellung wieder, die mir der Herr der Ringe vermittelt hat und darauf bin ich stolz.
Es ist also nicht verwunderlich, dass die Entscheidung auf Neuseeland nicht aus Zufall fiel. Und am Sonntag war es dann schließlich soweit, ich erfüllte mir den Traum, ein Teil dessen zu werden, was schon längst ein Teil von mir ist. Wir liefen über die Wiese, auf der die Party stattfindet, liefen den Weg entlang, auf der Gandalf das Feuerwerk hinter seinem Wagen loslässt, tranken ein Bier im Green Dragon und standen ein Meter von der Bank entfernt, wo Bilbo und Gandalf Ringe aus Rauch in die Luft pusten und das alles sah unter dem blauen Himmel genauso toll aus, wie es im Film gewirkt hat.

Hier also die Fotos: imageimageimageimage image image imageimageimageimageimageimage

imageimageimageimage

imageimage

22.12. – 23.12.2013 – Tauranga

Noch am selben Tag fuhren wir dann nach Tauranga und fanden einen netten Schlafplatz sogleich am städtischen Park nebst öffentlicher Toilette.
Da wir Tauranga schon kannten, fuhren wir am Montag nach Mount Maunganui, gleich neben Tauranga. Der Ort heißt so, weil an dessen Ende ein größerer Hügel steht, der Mount Maunganui. Aufgabe des Tages war es diesen zu erklimmen. Das klingt gewagter, als es schlussendlich war, da es verschiedene angelegte Pfade gibt, die zur Spitze führen, sogar nach Schwierigkeitsgrad geordnet und beschildert. Wir wählten den sicheren Weg und gingen den „moderaten“ gen Himmel. Es regnete an diesem Vormittag, doch darüber waren wir nach zehn Minuten Laufen ziemlich froh, denn unter der Feuchtigkeit des Regens auf unserer Haut verbarg sich so viel Schweiß, dass wir uns ohne den Regen so geschämt hätten, wie Lothar Matthäus dich für sein Rührei schämen sollte. Zum Glück war der Weg nicht weit und der Berg nicht hoch, sodass wir nur 45 Minuten brauchten, um auf die Spitze zu gelangen. Die Aussicht war vom Regen etwas getrübt, aber dennoch die Strapazen wert. Von oben war die Stadt, die von der einen Seite vom Berg, von zwei anderen Seiten vom Meer begrenzt wird, dennoch so richtig schön anzuschauen.

image

image image image

23.12. – 25.12.2013 – Coromandel Peninsula

Nach unserem mutigen Aufstieg trug uns unser tapferer Van weiter Richtung Norden, auf die Coromandel Halbinsel. Der Montag war davon geprägt, einen Schlafplatz zu finden, denn wirklich an jeder geeigneten Stelle waren Camping-verboten Schilder angebracht. Eigentlich wollten wir für lau irgendwo schlafen, doch abends gegen halb zehn mussten wir unsere Waffen strecken und einen Campingplatz aufsuchen.
Am Weihnachtstag, und das hatten wir uns schon lange vorher vorgenommen, fuhren wir zum Strand! Das Wetter spielte mit und diese Gegend hier ist sowieso bekannt für ihre schönen Strände. Wir fuhren erst einmal zur „Cathedral Cove“, einer vom Wasser ausgebuchteten Höhle quasi im Strand. Es ist wirklich paradiesisch schön dort, wenn nicht die Tausenden von Touristen wären. Das Wasser hat eine tolle Farbe und wir konnten sogar ein wenig Schnorcheln, auch wenn dabei nichts spektakuläres herauskam.
Am Nachmittag fuhren wir dann zum Hot Water Beach. Dieser hat seinen Namen auch wirklich verdient. Hier muss man nur tief genug graben, um auf wirklich heißes Wasser zu stoßen. Zwischen ebenfalls Millionen von Touristen gingen wir mit dem Spaten ans Werk, um uns unseren eigenen heißen Pool auszuheben. Unsere ersten Versuche blieben ohne Erfolg, bis wir dann schon so nah an einem im heißen Wasser badenden Asiaten gegraben haben, dass wir seinen Pool angezapft haben und er uns gnädigerweise ohne zu murren hat daran teilhaben lassen. So konnten auch wir für zwanzig Minuten einen warmen Hintern genießen.

image image image image image

Reisetagebuch, Teil eins

17.12. – 18.12.2013 – Gisborne

Am frühen morgen ging unsere Reise also endlich los. Mit dem Auto bepackt bis oben hin starteten wir Richtung Gisborne, 210 Kilometer oder 4 Stunden von Hastings entfernt.
Dort angekommen stellten wir erstmal fest, dass unser Kofferraum ein ominöses Leck hat, denn das Kopfende unseres Bettes war mit Dreck und Staub übersät. Julia kam auf die gute Idee, einen Müllsack zu zerschneiden und diesen dann quasi als Schutzplane über die Matratze zu legen.
Die Stadt jedenfalls war bis auf eine einzige Straße ziemlich langweilig und diese hatten wir nach einer Stunde auch schon erkundet. Vorher hatten wir uns schon in der Touristeninformation nach Campingplätzen erkundigt und dank den netten Mitarbeitern dort fanden wir eine Parkmöglichkeit für unser Schlafzimmer ca. 15 Minuten außerhalb von Gisborne. Für 15 Dollar pro Nase parkten wir unseren Van zehn Meter vom Meer entfernt. Aus dem Fahrersitz heraus konnten wir die ganze Pracht des Ozeans genießen zuzüglich des Sonnenaufgangs am nächsten Morgen. Das und die sanitären Anlagen waren den Preis wert, zumal schon diese erste Nacht genau das repräsentiert, was wir uns von dem ganzen Trip erhoffen und erhofft haben. Der erste Tag unserer Reise setzte die Latte also für uns hoch genug an, um locker mit Schwung höher zu kommen oder aber wenigstens mit einem breiten Grinsen Limbo darunter durch zu tanzen.

Der Ausblick aus dem Auto:

imageimage

image

image

18.12. – 19.12.2013 – Whakatane

Wir verließen also den Platz an der Sonne, um in nordwestlicher Richtung nach Whakatane zu kommen. Die Fahrt dorthin führte uns über eine Route die nur mit einem Wort zu beschreiben ist – unglaublich. Wir fuhren neben einem Fluss, der mal wild, mal ein kleines Bächlein war mitten durch ein Mittelgebirge, dessen Berge und Hügel so grün waren, dass ich als Fahrer regelrecht davon geblendet wurde. Dementsprechend oft machten wir kurze Pausen, mehr um unserer Bewunderung Ausdruck zu verleihen als auch ein paar Fotos zu schießen, die unseren Eindrücken leider eh nicht gerecht werden.
Schon fast zu unserem Leidwesen kamen wir dann nach wiederum vier Stunden auch in Whakatane an. Eine hübsche, kleine Stadt, die wie fast alle Städte direkt am Meer liegt aber dazu noch den einzig aktiven Vulkan Neuseelands vor der Tür hat. Den hätten wir für schlappe 200 Dollar pro Person auch besichtigen können, was uns jedoch ein wenig zu viel war.
Außerdem war Julia noch ein wenig müde, da die erste Nacht ungefähr 23mal unterbrochen wurde von….mir. Meine Blase meinte sich wieder alle fünf Minuten bemerkbar machen zu müssen und da ich das Auto zur Entleerung derselben verlassen muss, war auch jedes mal die Schiebetür zu betätigen. Und die ist zum geräuschlosen Aufmachen so gut geeignet wie Ursula von der Leyen zur Verteidigungsministerin (nichtmal autocorrect kennt dieses Wort). Trotz einer muffeligen Julia dachte ich mir, es sei eine gute Idee Kajaks zu leihen und darauf zu hoffen – laut Touristeninformation durchaus realistisch – neben Delfinen zu paddeln. Genau vor der Küste der Stadt liegt „Whale Island“, wo sich dem Namen entsprechend nicht nur Wale rumtreiben, sondern auch Delfine. Also schlug ich Julia mein Vorhaben vor. Sie war erwartungsgemäß nicht sehr begeistert. Ich brauchte mein ganzes rhetorisches Talent (DELFINE!!!!!) um sie dazu bewegen zu können und sie willigte schließlich ein. Wir fuhren also zum Treffpunkt und kamen an einen Strand, der diesen Namen nicht wirklich verdiente. Es war schlammig, rutschig und tat an den Füßen weh, da man ständig auf irgendwas spitzes trat (vermutlich Krebse). „Egal, wir paddeln ja nicht uffm Strand und außerdem DELFINE!“, dachte ich verschmitzt. Was ich vollkommen außer acht ließ war der Wind, der unseren eher schmeichelhaften Kajak-Fähigkeiten gehörige Schwierigkeiten bereitete. Als wir nach 30 Minuten immer noch um die selbe Boje fuhren, beschlich mich das Gefühl den Plan mit den Delfinen begraben zu müssen. Das Ende vom Lied war, dass wir die Kajaks am Strand zurückzogen und wir 30 Dollar für nichts ins Wasser geschmissen haben (haha).

image image image image image

19.12. – 22.12.2013 – Rotorua

Beim Verlassen von Whakatane schienen wir irgendwie den Zorn Gottes auf uns gezogen zu haben, denn fortan wurden wir geprüft. Ich wurde getestet, indem mich akutes Tollpatsch-Fieber packte und Julia dadurch, dies zu ertragen. Angefangen hat es beim Frühstück, als ich Julia die Tür an den Arm knallte und sich so wohlig heißer Tee über sie ergoss. Als wir dann in Rotorua ankamen und wir im Spa waren (gleich mehr dazu), ließ ich kurzerhand den Kofferraum während unserer dreistündigen Abwesenheit offen. Mit offen meine ich nicht das nicht abgeschlossen – offen, sondern so richtig offen. Ein jeder hätte sich an unseren Sachen erfreuen können, er hätte nur zugreifen müssen. Das nächste grandiose Ding zeigte ich, als ich abends im Van die erste Ausgabe dieses Tagebuches einfach löschte, sodass ihr heute die zweite Auflage des Ganzen lesen dürft. Mein persönlicher Favorit war allerdings beim Abendbrot des 20.12. Julia hat in mühevoller Kleinarbeit mit unserem Campingkocher ein feines Mahl bereitet und gerade als ich zum Rundschlag ansetzen wollte, vergaß mein Hirn wie es die Finger zu benutzen hat und ich ließ die Schüssel voller Essen kurzerhand fallen. Wir aßen übrigens im Auto.
Doch nun der Reihe nach. Rotorua strotzt vor thermaler Aktivität. Überall sind kleine Geysire, Seen die ständig blubbern und Warnschilder wegen instabilem Boden aufgestellt. Das erstaunlichste ist aber, dass darum auch durch die ganze Stadt alle fünf Minuten ein Geruch verfaulter Eier weht. Außerdem ist die Stadt recht groß und bietet ziemlich viele coole Möglichkeiten, sich zu betätigen. Da wir das vorher wussten, haben wir auch gleich mehrere Nächte hier eingeplant. Am Tag unserer Anreise machten wir selbst dem Geruch der Stadt Konkurrenz, aber da eigentlich noch kein Hostelbesuch eingeplant war, entschieden wir uns dafür in das sogenannte polynesian Spa zu gehen. Das wurde uns wärmstes empfohlen und darum spazierten wir ungewaschen, in muffigen Klamotten in eines der besten Spas des Landes. Aber es war den Eintritt sogar wert. In vier natürlichen Pools wird dort von der Erde erwärmtes Wasser gesammelt und bei vier Temperaturstufen gehalten – 36,38,40 und 42 Grad. Das ganze war auf einem höher gelegten Balkon mit Ausblick auf den zweitgrößten See Neuseelands, den Lake Rotorua, angelegt. Und natürlich nutzten wir die Möglichkeit zum Duschen ausführlich aus und schlugen so zwei Fliegen mit einer Klappe.
Am Freitag haben wir einen Ausflug in den naheliegenden Urwald unternommen. Dabei handelt es sich um ein Projekt namens „Canopy Tours“, welches den Wald wiederherstellen will. Durch die drei hiesigen Plagen Ratten, Possums und Wiesel wurde fast sämtliches Wildleben vertrieben oder vernichtet. Das besondere an dem Ausflug war die Art unserer Fortbewegung. Wir bewegten uns von Plattformen aus von Baum zu Baum und das nicht irgendwie sondern mit Seilwinden, an denen wir dranhingen. Wir flogen also buchstäblich in 10-40 Meter Höhe teilweise 100 Meter weit. Das war der absolute Wahnsinn, denn der Ausblick war wunderbar. Der Wald ist zwischen und auch auf Hügeln gelegen und wir konnten fast nicht glauben, dass dieses Stück Natur fast unbewohnt sein soll.
Am Samstag haben wir dann kulturell und intellektuell richtig zugeschlagen und haben uns in einem riesigen Gummiball einen Berg runterschieben lassen. Wir lagen in Badesachen in unseren Bällen in schön kühlem Wasser und wurden so richtig schön hin – und hergeschleudert. Der ganze Spaß dauerte eine Minute, aber um mit Julias Worten zu sprechen: „Hast du schonmal was gemacht, was mehr Spaß gemacht hat?“. Kaum, musste ich zugeben!
Die letzte Nacht in der Stadt verbringen wir zwar wieder im Auto, dafür aber auf dem Parkplatz eines Hostels, sodass wir Duschen und so richtig kochen können (das macht natürlich Julia).
Sonntag morgen wird es dann weitergehen und dann kommt ein für mich persönliches Highlight. Matamata bzw. Hobbiton.

Zorb – und Tour Fotos sind leider nicht von uns, aber so sah es aus (Die letzten zwei).

image

imageimageimageimage image

16.12.2013, Hastings, Neuseeland

Die letzten Stunden sind gezählt,

und während wir die letzten zwei Wochen jeweils nochmal 50 Stunden voller Wonne auf Zwiebelfeldern, Erntemaschinen und in Packhäusern verbrachten, waren wir an unseren freien Sonntagen schonmal mit der HISTORYMACHINE unterwegs und haben einen kleinen Vorgeschmack auf kommende Abenteuer gekostet.
Unser erster Ausflug führte uns an einen Wasserfall. Dieser ist in ein abgeschaltetes altes Wasserkraftwerk eingebettet. Trotz der dort noch liegenden riesigen Röhren war das Gesamtbild durchaus einladend. Über einen kleinen Abhang konnte man den oberen Rand des Wasserfalls erreichen. Einer der dort stehenden Bäume ist so vorteilhaft gewachsen, dass irgendjemand den schlauen Einfall hatte, an einem der Äste ein Seil zu befestigen. Man konnte also das Seil greifen und sich dann in ca. drei Metern Höhe in das Wasser schwingen. Das habe ich dann auch getan. Ich habe es sogar geschafft das Seil rechtzeitig loszulassen und damit den berühmten Klatscher gegen die Wand zu vermeidenDer zweite Ausflug führte uns auf den Mohaka – River. Für 125 Dollar pro Person konnten wir dort 4 1/2 Stunden beim Raften auf dem Wasser verbringen. Nachdem wir also unser Auto über die Berge dorthin gequält hatten wurden wir mit sexy Klamotten versorgt und schon ging es mit unserem kanadischen Raftmeister ins Boot. Ausgerüstet mit fleece Pullover, neopren Anzug und Rettungswesten lernten wir zunächst die wichtigste Regel für den Fall, dass wir ins Wasser fallen: Ruhe bewahren und Füße hoch. Das brauchten wir aber so gut wie nie, da wir uns relativ gut angestellt haben und nur ich einmal einen soliden Abgang hingelegt habe. Zu dem ganzen Ausflug dazu gehörten auch eine kleine Expedition in eine Goldmine. Irgendjemand war anscheinend so clever und kam auf die Idee, an einem Fluss nach Gold zu schürfen. Er kam ca. 20 Meter weit mit seinen Grabungen, ehe ihn das Wasser erwischte und er mehr oder weniger jämmerlich ertrank. Als wir dort ankamen sagte unser kanadischer Freund, ich solle die Führung übernehmen und ging vor. Es war dunkel, Leute. Und eng. Dunkel und eng. Wir mussten gebückt laufen und nach zwei Minuten stießen wir ans Ende der kleinen Mine. Da standen wir also zusammengekauert und unser Raftmeister schlug vor ein wenig Licht zu riskieren. Er machte es an und wir sahen, dass sich an der ganzen Wand verteilt ca. 10 bis 15 cm lange Viecher befanden. Die Mädels kriegten eine kleine Krise und Julia sprang dem Kanadier buchstäblich fast auf die Arme. Dieser lachte sich genüsslich ins Fäustchen und geleitete uns schließlich wieder in die Freiheit.

imageimageimageimageimage

Da es morgen ja endlich mit der großen Fahrt losgeht und wir schon ganz angespannt sind, wollen wir euch dennoch nicht vorenthalten, welche Route wir uns überlegt haben. Unser Zeitrahmen umfasst den 17.12. bis 22.01. Dann müssen wir die Fähre auf die Südinsel nehmen. Wieviele Tage wir an einem Ort bleiben, entscheiden wir je nach Unternehmungs – Lust und Möglichkeiten.
Unser erstes Reiseziel ist ein Nationalpark namens Te Urewera in der Nähe von Gisborne. Wir haben vor dort ein paar Stunden zu Fuß zu unternehmen und dann in Gisborne die Nacht zu verbringen. Eventuell bleiben wir noch eine zweite Nacht, doch spätestens danach geht es weiter Richtung Norden nach Whakatane. Dies wird nur eine kleine Zwischenstation, da wir nicht vor haben mehr als vier bis fünf Stunden am Tag zu fahren. Anschließend fahren wir nach Rotorua, wo für uns auf jeden Fall auf dem Zettel steht, uns in einem riesigen Gummiball einen Berg runterrollen zu lassen, genannt „Zorbing“. Außerdem ist dies die Stadt der Geysire, wir werden also ein wenig die innere Instabilität des Landes bewundern. Unsere nächste Station wird dann Matamata, besser bekannt als hobbiton. Da es dort nicht mehr als diese tollen Filmsets gibt, fahren wir direkt danach weiter nach Tauranga, um dort zu schlafen. In Tauranga waren wir schon, darum geht es zügig weiter zum Hot Water Beach, wo wir uns eigenhändig im Sand einen kleinen Pool voll warmen Wassers ausheben werden. Dies befindet sich auf der coromandel Halbinsel, nördlich von Tauranga. Von dort es geht es dann Richtung Westküste nach Raglan. Aufmerksame Leser wissen, dass wir dort auch schon waren, jedoch konnten wir damals mangels Transportmittel nicht die bridal veil falls (Wasserfall) bewundern. Anschließend geht es an der Küste entlang nach Süden, zu den Waitomo Caves. An diesem Ort werden wir uns in Höhlen abseilen, dort unten mit einem Schlauchboot über einen unterirdischen Fluss schippern und die Sicht genießen, die uns von Millionen von Glühwürmchen geboten wird. Haben wir das erledigt, geht die Reise weiter nach Südosten, ins innere des Landes zum größten See von Neuseeland, dem lake Taupo. Dort wird es dann endgültig waghalsig, denn wir wollen statt einem bungeesprung einen bungeeschwung wagen. Stellt es euch wie eine Riesenschaukel zwischen zwei Klippen und über einem See vor. Denn wer mag schon keine Schaukeln? Südlich vom lake Taupo liegt der Tongariro Nationalpark, dem wir ebenfalls einen Besuch abstatten werden. Von dort aus fahren wir dann ans westliche Ende der Nordinsel von Neuseeland nach New Plymouth, das quasi genau an der gegenüberliegenden Seite von Hastings liegt. Unsere Runde ist also fast vollendet. Von dort aus geht es dann an der Küste entlang Richtung Wellington. In Wellington wollen wir dann ein paar Tage verbringen, denn es soll eine wirklich schöne Stadt sein mit einer Wahnsinns Lage.
Ende Januar sind wir dann also auf der Südinsel angekommen. Dort werden wir uns in Nelson niederlassen und für zwei bis drei Wochen arbeiten. Es muss schließlich zügig weitergehen, wenn die Südinsel erkundet werden will. Weitere Pläne existieren noch nicht wirklich, außer dass es ab dem 12. bis 19.3., kurz vor der Heimreise nach Deutschland also, für eine Woche in die Südsee nach Tonga gehen wird.
Soweit also erstmal von uns. Je nach dem wie Internetsituation während der Rundreise aussehen wird, werdet ihr auf dem laufenden gehalten. Ich werde es zumindest versuchen.

Zum Abschluss noch unser neues Schlafzimmer:

image

17.11.2013, Hastings, Neuseeland

Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte,

denn, liebe Leute, ihr werdet uns kommen hören! Es ist nämlich geschehen. Wir haben es getan. Vor der Tür steht ein Toyota supercustom von 1995. Mit getönten Scheiben, neuen Außenspiegeln (!), frischem TÜV, unberührten Reifen und, natürlich, massiver Radioanlage wird er den kommenden Aufgaben hoffentlich gewachsen sein. Denn wir haben großes vor. Ganz in Anlehnung an unsere Vorhaben wurde dies Gefährt unter Beachtung des für uns „stilvollsten“ Jahrzehnts, der 90er, HISTORYMACHINE getauft. Unserer ganzen Bescheidenheit zum Trotz haben wir nichts anderes geplant als unsere persönliche Geschichte zu schreiben. Wir werden dieses Land mit Mut, Spaß und Farbenfreude im Gepäck erkunden und dabei Orte besuchen, Dinge erleben und Menschen kennenlernen, die man unter anderen Umständen niemals gesehen, erfahren oder getroffen hätte. Und genau darum haben wir schließlich diese lange Reise unternommen. So gilt es also sich bereit zu machen unterirdische Höhlen zu erkunden, wilde Gewässer zu befahren, den Sommer im, unter normalen Umständen,Winter zu genießen oder einfach Seherfahrungen zu machen, die jeglicher Erklärung entbehren einfach aus dem Grund, weil die richtigen Worte noch nicht gesprochen oder geschrieben wurden. Hinzu kommt die Notwendigkeit das Fest der Liebe und der Familie ohne all die geliebten Menschen zu verbringen, die wir normalerweise um uns haben. Ich fürchte, das ganze Ausmaß dieser räumlichen Ferne zwischen uns allen wird uns spätestens dann mit voller Wucht bewusst. Doch waren die obigen, blumigen Worte nicht umsonst. Denn genau diese Dinge werden uns auf Kurs halten. Und natürlich die Gewissheit, dass ihr alle geduldig wartet, bis wir mit unserer Reise fertig sind. Wie singen es Mumford & Sons so schön?

„It’s not the long walk home that will change this heart but the welcome I receive with the restart.“

Irgendwann im Dezember werden wir dann also Hastings hinter uns lassen und aufbrechen…aufbrechen um zu zeigen, dass Freiheit nicht nur, entgegen vieler Bezeugungen, viel schöner sondern auch viel wertvoller als Sicherheit ist (hallo Herr Friedrich). Aus diesem Grunde dachten wir auch kurze Zeit daran, einfach auf eine Versicherung für das Auto ganz zu verzichten! Doch uns beschlich ziemlich fix das Gefühl, dass uns dort ein Denkfehler unterlaufen ist. Diese einfach Sache machte uns bewusst, dass es wohl ein ausgewogenes, gesundes von jedem individuell entschiedenen Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit geben muss (hallo Herr Friedrich). Doch allen fragwürdigen Tendenzen unserer Minister und Ministerinnen zum Trotz gibt es für uns hier immer noch jede Menge Arbeit zu tun. Wir haben das eine Zwiebelfeld abgeschlossen und wurden geradewegs zum nächsten geschickt. Dieses ist zu unserer großen Erleichterung nur ca. 10 mal so groß wie das andere und wir bewegen uns dort so schnell vorwärts wie Wolfgang Schäuble beim 100 Meter Sprint. Und ich wette wir haben dabei auch genauso viel Spaß. Doch dabei springen jede Woche ca. 500 Dollar pro Person für uns heraus und so wissen wir nicht nur was wir tun, sondern auch wofür wir es tun. Es gibt noch was zu verkünden! Und zwar, dass mein haariges Experiment mit meinem Gesicht beendet ist. Natürlich habe ich Objektfotos geschossen mit gelungenem Mienenspiel und garantiert politisch korrekten Posen. Man beachte vor allem den Zustand der Haare, die von deren akribischer Pflege nur so strotzen. Außerdem bitte ich den ausnahmslos gleichmäßigen Wuchs des Bartes zu bewundern.

Also Leute, wir wünschen euch ebenso alles Gute wie ihr es für uns tut.

image image image image image image image image   P.s. Wer die leicht abgewandelte Herkunft des Autonamens kennt, kriegt einen Keks.

25.10.2013, Hastings, Neuseeland

Work, work!

Wir haben jetzt die zweite Woche hintereinander voller Arbeit fast hinter uns. Wir pendeln zwischen Zwiebelfeld und Schaffarmen hin und her. Auf ersterem pflügen wir mit unseren behandschuhten Händen wie Mähdrescher durch das Unkraut und sind dabei so unfassbar schnell, dass wir in zwei Stunden eine ganze Reihe schaffen. Von ungefähr 50. Auf den Schaffarmen haben wir verschiedene Aufgaben. Ziel ist es, alle Lämmer mit Medizin zu versorgen, sie je nach Geschlecht zu markieren und ihnen die Schwänze abzuschneiden. Dabei müssen also je nach Standort Gehege auf – und abgebaut, die Schafe zum richtigen Ort getrieben und die Lämmer von den Schafen getrennt werden. Dann steigen mein südkoreanischer Kollege und ich zu den Lämmern, müssen sie packen und dann rücklings auf eine eigens dafür vorgesehene Vorrichtung legen. Dort stehen dann 4-5 Leute, darunter Julia, und spritzen, schneiden und kneifen alles nötige ein und ab. Hier erweist es sich als großer Vorteil, dass wir in Neuseeland sind. Da die Farmen auf Hügeln liegen und wir hier hier Küstennähe sind, eröffnen sich zum Teil wunderbare Ausblicke. Dann erstreckt sich vor uns das Meer und Links und rechts die unendliche Küste. Drehen wir uns um, sehen wir bei guter Sicht schneebedeckte Berggipfel, die hinter bewaldeten Tälern liegen. Das lässt mich oftmals in dem Eindruck zurück, dass mir jeden Moment neun Gefährten über den Weg laufen und ein kleines Schmuckstück zu zerstören suchen. Diese Momente sind auch bitter nötig, da ich mich dabei mit ca. 500 Lämmern am Tag rumschlagen muss. Die sind von oben schön flauschig, aber die dunkle Seite schlägt mit brutaler Unerbittlichkeit zu, sobald man sie umdreht. Ihr könnt euch ja vorstellen, wovon ich rede. Aber wie sagte schon ein sehr weiser Mann: nur bücken bringt Mücken! (Immanuel Kant) Apropos Mücken. Mit Blick auf unser Gehalt von letzter Woche wendete ich mich mit zufriedenem Lächeln ab und ging in Gedanken schon voll in Sex, Drogen und Rock’n’Roll auf, bevor mich eine Hochrechnung auf den gesamten Monat auf den harten Boden der Realität zurückversetzte. Denn ich stellte mit einem gewissen Erstaunen fest, dass wir in Deutschland als Erzieher monatlich nicht mehr verdienen würden als hier mit Unkraut jähten und Schafkacke planschen. Und als ob ich damit noch nicht genug gelitten hätte, überwand die traurige Gewissheit die 18000 Kilometer zwischen Deutschland und Neuseeland im Handumdrehen, und mir wurde klar, dass vor einem Monat eine Partei fast eine absolute Mehrheit geholt hätte, die mit dem Betreuungsgeld unseren ganzen Berufszweig ad absurdum führt und damit auch Personen, die solch fachkundige Aussagen treffen wie „sollen die entlassenen Schlecker-Frauen doch Erzieher werden.“ Leider ringt mir das mittlerweile nur noch die gleiche Reaktion ab, als wenn Uli Hoeneß mal wieder sagt, Bayern kaufe keine anderen Vereine kaputt – ein müdes Lächeln. Doch genug davon! Wir waren schon baden! Im großen Pazifik. Es war so kalt, dass wir unsere Füße nicht mehr spürten, doch ich wagte trotzdem den Sprung ins kalte Wasser (höhö). Auf dem Weg zum Strand passierte übrigens das: http://youtu.be/xBVqukNSNJA Unglaublich,oder?! Zu unserem liebenswerten Neandertaler gibt es ein paar Neuigkeiten. Ich will allerdings nur so viel sagen: Wurfaxt, Baum, Garten, Polizei. Uns fällt dazu mittlerweile nur noch das ein: http://youtu.be/UUVusKWD7ss Außerdem haben wir neben Fliegen und Ameisen auch noch eine Katze, die uns regelmäßig heimsucht. Ich sage heimsucht, weil dieses Vieh ein Stalker-Tier zu sein scheint. Erst heute morgen wurde ich wach miaut. Und zwar im Obergeschoss. Wir schmissen sie raus und 20 Minuten später gesellte sie sich zu uns beim Frühstück in der Küche. Uns geht es gut und hier noch ein paar Fotos. Auf bald, Freunde und Familie der Sonne! imageimage image image Noch die Sichtweise der nicht-deutschen Mitbewohner auf uns Deutsche (so denken wir zumindest): image 13.10.2013, Hastings,Neuseeland

Auf den Spuren der Verhaltensforscherin Dian Fossey

Ohne Vorwarnung und in vollem Bewusstsein der wissenschaftlichen Verantwortung für unsere Nachwelt haben wir festgestellt, dass wir Teil einer Studie sind, mit der wir uns 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche befassen müssen. Mit Notizbüchern und Bleistiften bewaffnet durchwaten wir den Sumpf frischer Entdeckungen und den damit zusammenhängenden Emotionen. Eine Achterbahn ist blanker Hohn gegen das Wechselbad, in welchem wir jeden Tag schwimmen. Die Abfolge von naiver Faszination, wissenschaftlicher Neugier und ausgewachsenem Entsetzen vollzieht sich schneller als politische Parteien ihre Versprechen über den Haufen werfen. Objekt unserer Forschungen ist der eigentlich schon längst dem Aussterben anheim gegangene Homo neanderthalensis. Wir haben das seltene Glück mit einem Exemplar, entdeckt in Tschechien, zusammenzuleben. Sein Körperbau ist entgegen der einhelligen Meinung unserer wissenschaftlichen Kollegen eher untersetzt. Der Schwerpunkt ist recht weit unten, sein Fressverhalten ist unausgewogen und unsere bisherigen Beobachtungen legen nahe, dass sein Gehirnvolumen nicht über das eines Backsteins hinausgeht. Da unsere bisher gesammelten Daten sehr umfangreich sind, müssen wir aus praktischen Gründen auf eine Liste zurückgreifen, um euch, meine Damen und Herren, mit den wichtigsten Erkenntnissen vertraut zu machen. Es folgt die Top 15 der frühevolutionären Verhaltensweisen des Neandertalers (Codename Alex): 15. Er scheint einem gewissen Revierverhalten zu unterliegen. Dazu gehört, von fünf Stühlen im Wohnzimmer drei ständig mit schmutziger Wäsche besetzt zu halten. Unserer Vermutung nach tut er dies zwecks Geruchsdominanz. 14. Vermutlich aus Gründen der Anpassung ans das neuzeitliche Lebensgefühl konsumiert er zwischen 200-1000 Zigaretten am Tag. Wir könnten theoretisch mitzählen, da die hälfte einer jeden gedrehten Zigarette auf dem Boden landet und dort verbleibt. 13. Ab und zu zeigt sich sein Jagdinstinkt, denn eines Tages lag ein 30 cm großer Fisch auf der Anrichte. In Ermangelung einer Feuerstelle benutzte er das für ihn unbekannte Objekt namens Backofen. Er hält diesen zuzüglich des Zubehörs offenbar für magisch, da er auch nach zwei Wochen noch darauf wartet, dass es sauber wird. 12. Anders als bei Homo sapiens oder Delfinen scheint ihm das Bewusstsein für sich selbst zu fehlen. Er redet ständig von „kurwa“ (auf Deutsch reimt sich dieses Wort auf „picken“) und möchte unbedingt in eine Diskothek tanzen gehen, um Frauen kennenzulernen, vermutlich mit einer Keule bewaffnet. 11. Ähnlich zu Punkt 14 verhält es sich mit Yum-Yum Suppen und generell Essensresten. Sie begegnen uns oft und überall. 10. Er ist nicht in der Lage zu erkennen, dass seine Haut der heutigen starken Sonneneinstrahlung nicht widerstehen kann. Wir konnten ihn dabei beobachten, wie er bei Arbeit auf einem Feld unter starker Sonne mehrere Stunden lang oberkörperfrei ohne Schutz umher wanderte und dies… 9. drei Tage später wieder tat. Ein Zusammenhang mit Punkt 12 scheint zu bestehen. 8. Hygiene ist, und dies kann mit 100 prozentiger Sicherheit als erwiesen angesehen werden, ein Fremdwort für das Forschungsobjekt. Geschirr ist zum Benutzen da. Nicht zum Abwaschen. 7. Eine starke Abhängigkeit zu Alkohol scheint zu bestehen. Der Zusammenhang von diesem zu seiner chronischen Geldnot scheint sich ihm allerdings nicht zu erschließen. Kausale Zusammenhänge scheinen demnach außerhalb seines Fassungsvermögens zu liegen. 6. Ist er erst einmal unter der Wirkung des Alkohols wird er redselig. Das Problem ist dabei, dass wir ihn nicht verstehen. Sein Sprachdefizit betrifft quasi sämtliche Verständigungsformen. Außerdem redet er dann ausschließlich tschechisch. 5. Das Wort Bildung hat für ihn ungefähr die gleiche Bedeutung wie Prinzipientreue für Andrea Ypsilanti. Mir brüllt er bei der Arbeit ab und zu in freundschaftlichem Ton „Arbeit macht frei“ zu und mit unserem neuen südkoreanischen Mitbewohner redet er am liebsten über Hiroshima, Nagasaki, Vietcong und Jackie Chan. 4. Betritt unser von der Evolution verschont gebliebener Freund ein Zimmer, begrüßt er alle dortigen Insassen mit einer schnellen und gut hörbaren Abfolge von wohlwollenden Rülpsern. Hat er sich angenehm platziert folgt ein platzierter Griff ins Gemächt. All dies tut er auch teilweise, um sich schon vorher anzukündigen. 3. Das Forschungsobjekt hat offenbar Schwierigkeiten zu lachen. Nach einigen Tagen fanden wir jedoch heraus, dass sein Lachen aus einer monotonen und unfassbar lauten Abfolge von Grunzern und gesalzenen Schnaubern besteht. Dies hört man so gern wie morgens um vier eine Autoalarmanlage neben dem Bett. 2. Sein Drang seine Blase zu leeren macht vor nichts Halt. Erst heute konnten wir ihn dabei beobachten,wie er statt drei Meter ins Haus zu gehen lieber in den Innenhof geht, wo jeder zuschauen kann, um Wasser zu lassen. 1. Nicht nur sein Drang ist nicht kontrollieren, sondern auch sein Strahl. Die Toilette sieht jeden Tag aufs neue so aus, als sei sein Ziel nicht das Klo, sondern die Badewanne und das Waschbecken. Gelbe Flecken sind so weit verteilt, dass er dafür schon fast wieder Respekt verdient hat. P.s. Uns geht es supi und wir haben eine Woche voller Arbeit vor uns. Bis bald! 1.10.2013, Hastings, Neuseeland

Drei Tschechen und die Matratze des Todes

Die erste Woche unseres Aufenthaltes in Hastings haben uns drei reizende Angehörige unserer böhmischen Nachbarn regelrecht versüßt. Der Erste dieser Genossen ist unser Vermittler für Jobs. Er heißt Lada und schafft Leute heran, die unter Voraussetzung möglichst schlechter englischkenntnisse hier arbeiten können. Dazu gehören zwei Mädels aus Chile. Sie erfüllen den Zweck uns auf die Felder zu fahren, während des Arbeitens Spanisch zu reden und zu dem auf laut gestelltem spanischen R’n’b mitzusingen. Außerdem hat Lada uns ein Reihenhaus vermittelt, welches wir für 100 Glocken die Woche bewohnen. Dementsprechend ist er öfter hier. Bei dieser Gelegenheit macht er sich über die zwei genannten Sirenen lustig (was wir entgegen seiner Gewohnheit alles verstehen) und redet mit Alex, unserem Mitbewohner. Dieser Prachtkerl ist der zweite Tscheche und er spricht, wie soll es anders sein, ungefähr drei Wörter englisch (drink, beer, food). Alex läuft immer in Muskelshirt und kurzer Hose rum und hat ein Reinlichkeitsempfinden wie ’ne Herde Schafe. Worüber ich lachen kann ist jedoch für Julia so schlimm wie für Guido Westerwelle eine Pressekonferenz auf englisch. Er wäscht einmal im Monat ab (damit meine ich leider nicht nur Geschirr), pinkelt immer im Stehen und sein Strahl hört man im ganzen Haus, was sich dann immer so anhört, als würde ein Rhinozeros auf zwei Beinen Wasser lassen. Nichtsdestotrotz ist er ein netter Geselle, der mir mein erstes neuseeländisches Bier ausgegeben hat. Alex hat aber auch einen regelmäßigen Besucher, nämlich Jiri, genannt George, der dritte Tscheche im Bunde. Er spricht zwar englisch, aber das tut er mit so starkem Akzent, dass er Julia und mir oftmals nur staunend-fragende Blicke entlockt, dass es ihm die Schamesröte auf sein Gesicht treiben sollte. Außerdem arbeitet er seit drei Tagen mit uns auf einem Zwiebelfeld und hat damit den oben genannten Mädels jegliche Illusion genommen, jemals englisch zu verstehen. Jiri aka George hat noch ein hervorstechendes Merkmal: eine atemberaubende Nackenhecke. Durch diese wurde ich in meinem Beschluss bestärkt diesem zu Haar gewordenen Meisterwerk in nichts nachzustehen und der Natur auf meinem Kopf (zuzüglich Gesicht) freien Lauf zu lassen. Bei so viel geballter Ostblock-Kompetenz ist demzufolge auch die Einrichtung des Hauses nicht verwunderlich. Die ist vollkommen in Ordnung, jedoch darf die Verfassung unserer Matratze nicht verschwiegen werden. Die ist in etwa so intakt wie das Management des HSV. Die erste Nacht musste ich gleichzeitig schlafen und einer aus der Matratze hervorstechenden Feder ausweichen. Selbstverständlich war ich dabei so erfolgreich wie Rainer Brüderle als Spitzenkandidat der FDP. Doch zum gluck habe ich eine Reisematte dabei und für Julia haben wir kurzerhand eine gekauft. Unser Überleben ist also gesichert. Uns geht es prima, die ersten selbstverdienten 500 Dollar kommen Freitag rein und das wird die nächsten Wochen auch so weitergehen, denn die Arbeitssaison geht erst noch los. Also bis bald! Fotos (Sightseeing ist ohne Auto noch nicht möglich): image image image image image 23.9.2013, Tauranga, Neuseeland hier sind die fotos, der nächste eintrag kommt demnächst! image image image image image image image

Unsere Katikati-Woche kann man als den Effekt bezeichnen,

„dass in komplexen, nichtlinearen dynamischen Systemen eine große Empfindlichkeit auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen besteht.“(Schmetterlingseffekt, Wikipedia) Denn offensichtlich haben Julia und ich unsere Gastgeberin in katikati so sehr verärgert, dass sie uns kurzerhand einen mit italiensicher Würze versehenen, gänzlich unbegründeten und damit vollkommen unbegreiflichen Tritt versetzte. Wir wurden rausgeschmissen. Für uns völlig aus dem Nichts und von einem Tag auf den anderen fühlte sie sich unwohl in unserer Gegenwart. Wir haben uns also für zwei Nächte Unterkunft gesucht und sind heute nun in Tauranga gelandet, einem wirklich schönen Städtchen am Meer. Unser Hostel ist einen Sturz auf die schon von der Sonne gegerbten Nase vom Wasser entfernt und das Wetter ist auch erste Sahne. Die Nacht nach dem oben benannten symbolischen Flug vor die Tür verbrachten wir in einem Wohnwagen, der schön über die Schlachtfelder Napoleons geschoben wurde. Dies kostete uns aber nur 50 Dollar, die wir dennoch gerne gespart hätten. Aber wir wissen ja schon seit einiger Zeit, dass manche Italiener gerne ihr Wort für eine Miracoli Gewürzmischung brechen. Wir haben dafür den Hörer in die Hand genommen und sie bei der dafür zuständigen Stelle gemeldet. Und da hier keine deutschen Bürokraten am Werk sind, wird die liebe allessandra schneller Konsequenzen zu spüren bekommen, als die FDP „Bundestag“ sagen kann. Wie dem auch sei, der heutige Tag war ziemlich gut. Denn wir haben heute nicht nur einen Anruf getätigt, sondern mehr als die FDP Wähler hat (4). Und als folge dessen habe ich einen Job. Morgen geht es für uns mit dem Bus 7 Stunden lang nach Hastings und dort werden wir aller Voraussicht nach die Zeit bis Ende November verbringen, in der Hoffnung, unsere guten, alten Geldbörsen werden bis dahin vor reichhaltiger Füllung zerbersten. Außerdem ist die Gegend dort die sonnenreichste des Landes und darum sind wir dort als Sonnenanbeter gut aufgehoben. Uns geht es gut und wir blicken voller Freude auf alles, was da auf uns zurollen mag. Sorgt euch nicht um uns, das Verhalten der Italienerin spielt keine weitere Rolle für uns, ganz ähnlich wie die politische Bedeutsamkeit der….na ihr wisst schon, worauf ich hinaus will. Wir denken an euch! Alle! Fotos werden nachgereicht, weil das Internet hier echt lahm ist. 14.9.2013, Ngaruawahia, Neuseeland

Es beginnt mit dem Hass auf Weißbrot,

es hört hoffentlich mit einem frisch gebackenen Vollkornbrot auf. Denn es gibt nichts als weißes Laib, aschfahles Backwerk, und helle Bemme, tagein, tagaus. Auch sonst sind vor allem die Frühstücksgewohnheiten eher suboptimal. Marmelade, Erdnussbutter und, womit die Neuseeländer völlig aus dem Rahmen fallen, Weißbrot. Die schlechte Nachricht dabei ist, dass wir gerade einmal 2 Wochen hier sind, die gute Nachricht, dass wir ab Montag bei Italienern unterkommen, die hoffentlich noch nicht zu Engländern mutiert sind. Doch genug davon, es gibt für uns schließlich mehr zu entdecken als die fragwürdigen Essgewohnheiten Englands verwandter Völker. Wir haben hier in einer ausgebauten Garage unser Domizil mit eigener Toilette und einer persönlichen Armee von Nacktschnecken. Sie bewachen unser Klo, sämtliche Eingänge und in besonderen Glücksfällen auch unsere Klamotten. Die Gastfamilie besteht aus Mama, Papa, 13-jähriger Tochter und 9-jährigem Jungen. Letzterer hat, um unsere Erzieherqualifikation zu prüfen, ADHS und will ständig spielen und quatschen. Da wir extra für solche Fälle ausgebildet wurden reagieren wir unseres Berufes angemessen und feiern jede freie Minute ohne ihn. Dies geht selbstverständlich nicht ohne Fachgespräche vonstatten, in denen wir festhalten, dass er zwar nett, aber dann doch irgendwie echt anstrengend ist. Im großen und ganzen ist die Familie also toll. Wir arbeiten hier für unsere Verpflegung und Unterkunft 4-5 Stunden am Tag. Unsere Aufgaben lassen sich folgendermaßen umreißen: alles, was nicht Niet – nagelfest ist, kann auch ruhig von A nach B getragen, geschoben oder geworfen werden. Wir durften Krempel aufsammeln, Pflanzen abschneiden und diese danach mit fiesem Gift töten, Brennholz von einer Garage in die andere schieben und dort stapeln und ab und zu Tiere füttern. Das wären Kühe, Hühner, Schafe, Hunde, Katzen und Alpakas. Die tun alle das, was diese Tiere so zu tun pflegen. Erwähnenswert ist, dass jedes Schaf schwanger ist bis auf eins. Und zwar Anita. Anita hält sich nämlich für ein Alpaka und ist daher nicht davon zu überzeugen, mit den anderen Schafen zusammen zu leben. Dies führt unter Alpakas zu einiger Verwirrung, dient aber im Endeffekt nur dem Nachteil von Anita selbst, denn bei der Futtervergabe ist das Alpaka im Vorteil, welches besonders kraftvoll und feucht spucken kann und nun ja…Anita ist halt ein Schaf und kann auch unter größter Anstrengung nicht spucken. Kurz einschieben möchte ich an dieser Stelle meine ersten Erfahrungen mit dem neuseeländischen Fernsehen. Diese lassen sich am besten mit einem Bild zusammfassen: image Zum Abschluss dann noch ein paar andere, nicht so spektakuläre Bilder: image image image image image http://tvnz.co.nz/the-walking-dead/index-group-4302139.9.2013, Raglan, Neuseeland

Vom Kellerloch in den Whirlpool,

DSC00360DSC00418 Linker Hand haben wir unser wunderbares Zimmer, welches wir fuer 2 Naechte in Hamilton bezogen haben. 4 Doppelbetten, kein Fenster auf gefuehlten 3 Quadratmetern. Am Donnerstag sind wir aus Auckland mit dem Bus losgefahren, zwei Stunden nach Hamilton. Dank der Busfahrt konnten wir das 1. mal etwas von der schonen Natur Neuseelands bestaunen, nur um dann im ganz schoen unattraktiven Hamilton zu landen. Den einen Tag, den wir dort verbrachten haben wir in den Hamilton Gardens verbracht, was auch ziemlich cool war. Den Rest der Stadt kann man getrost vergessen. Seit gestern sind wir nun in Raglan, einer kleinen Stadt im Westen genau am Meer. Hier ist es wunderbar. Allein das Hostel ist ein Highlight (das Bild ist nur ein Teil davon) und von unserem Zimmer aus koennen wir dank der Fenster das Meer rauschen hoeren. Das Hostel liegt direkt am Meer und ein paar Meter weiter beginnt der Strand mit schwarzem Sand. Ausserdem konnten wir hier kostenlos Fahrraeder nutzen, wovon wir heute gleich mal Gebrauch machten. Wir radelten irgendwo lang und bestaunten die tollen, gruenen Huegel, die aus dem Nichts ploetzlich an die 50 Meter hoch vor einem auftauchen. Positiv war auch, dass wir unser erstes Essen auswaerts essen und auch bezahlen konnten! Ein Glas Nutella-Abklatsch sprang auch noch heraus. Der letzte Teil des Wochenendes war also durchaus gelungen. Morgen geht es in aller Fruehe los zur ersten Farm, auf der wir arbeiten werden. Der Ort heisst Ngaruawahia (!). Dort werden wir eine Woche verbringen, um dann naechsten Montag nach Katikati weiterzureisen und bei Exil-Italienern unterzukommen. Es geht uns also prima und wir haben Spass hier. Zum Schluss noch ein Schwung Fotos und in diesem Sinne verabschieden sich Julia und ich von euch! Wir denken an euch und bis bald. DSC00425 DSC00363 DSC00364 DSC00365 DSC00372 DSC00373 DSC00376 DSC00380 DSC00382 DSC00383 DSC00385 DSC00386 DSC00393 DSC00397 DSC00399 DSC00400 DSC00405 DSC00415 DSC00416 DSC00417 DSC00423 DSC00424 3.9.2013, Auckland, Neuseeland

Die ersten Eindruecke sind nun gesammelt,

wir sind jetzt seit 4 Tagen hier und der neuseelaendische spaetwinter gibt uns einen schoenen Vorgeschmack auf die kommende Jahreszeit. Seit Samstag scheint hier den ganzen Tag die Sonne und die Temperaturen erreichen 20 Grad. Unsere ersten Erkundungungen zu Fuss (englische  Tastatur hier, darum kein s-z) zeigen auf jeden Fall die britische Abstammung des Landes, denn der Rasen ist hier so gruen und gepflegt wie von uns selten zuvor gesehen. Die Parks hier sind wunderschoen und die ganze Stadt ist sehr sauber. Sehr cool ist auch, dass die Menschen hier sehr hoeflich sind. Rennt man hier jemandem vor die Fuesse entschuldige ich mich, aber meistens ist unser Gegenueber schneller damit. Wie in Kanada also :). Gestern haben wir die Stadt mit dem Bus erkundet. Wir waren am Skytower und einer unserer Gruppe wurde ausgelost, kostenlos da runter zu springen. Julia und ich waren es nicht, obwohl ich es sogar gemacht haette….es waere ja quasi Schicksal gewesen. Die Spruenge werden dort immer angeboten, es war also ein nettes Gimmick. Ausserdem haben wir die staedtischen gruenen Huegel bestiegen, tolle Fotos geschossen (spaeter mehr) und auch den kleinen stadt-eigenen Dschungel betreten. Zu allerletzt waren wir noch unter einer Bruecke…nicht zum Schlafen, sondern um die Bungeejumper zu beobachten. Dazu sind wir an die Bruecke angekettet auf der Konstruktion langelaufen und ueber uns sind die Autos entlang gebrettert. Wir waren dann auf ca. 35 Meter Hoehe und die Springer sind kopfueber an uns vorueber gesprungen. Da war es ausserdem ziemlich windig und wir sind heute beide ein wenig erkaeltet…aber das war`s wert! Die beste Nachricht zum Schluss: Wir haben Job, Unterkunft und Verpflegung bis Anfang Oktober gesichert! Unentgeltlich, dafuer aber kostenlos Essen und Unterkunft. Das ganze kann nur noch daran scheitern, dass Juia vor lauter Aufregung die Bustickets auf den Namen Philip Schlutz gebucht hat. Wo wir uns genau rumtreiben, werden wir zu gegebener Zeit mitteilen :). und hier sind ein paar Fotos:DSC00304 DSC00305 DSC00306 DSC00312 DSC00313 DSC00315 DSC00316 DSC00317 DSC00320 DSC00322 DSC00337 DSC00343 DSC00346DSC00338 DSC00350 und mit besonderen Gruessen an die Erlebnisrotationer! Die erste offzielle Rotation in Neuseeland! DSC00308 Auf bald ihr Lieben!! 30.08.2013, Auckland, Neuseeland

In Neuseeland angekommen

Sind wir erstmal tot ins Bett gefallen. Wir haben unser Hostel typisches Zimmer bezogen mit einem Bett und nem Schreibtisch. Das Klo ist gefühlte 10 Minuten entfernt, was ein Umstand ist, der mir als Vielpinkler eher nicht zu gute kommt. War aber egal, denn selbst ich habe fast von 7 bis 7 durchgeschlafen. Heute waren wir zu einem 3-stündigen Seminar, in welchem uns bei den meisten bürokratischen Dingen geholfen wurde. Wir haben z.B. sogleich ein Konto eröffnet. Die Mitarbeiter dort waren übrigens höflicher als jeder Vodafone Mitarbeiter zusammen. Ich dachte,sie würden uns noch die Füße küssen. Auckland an sich ist eher untypisch für Neuseeland. 1,4 von den insgesamt 4,5 Millionen Einwohnern leben hier. Darum ist der einzige Unterschied, dass hier alles falsch rum ist (ich habe schon 3 arme Asiaten umgerannt, weil ich rechts statt links an ihnen vorbei wollte) und dass besagte 3 Asiaten bei weitem nicht die einzigen waren. Wir wohnen im Moment direkt im Zentrum und hier wimmelt es von ihnen. Der letzte Rest vom jetlag sollte morgen verflogen sein und dann geht es aktiv an die Jobsuche. Soweit ist also alles im Lot und es ist wirklich schön hier zu sein. Das sag ich euch!! liebe Grüße und bis demnächst, Freunde gemischten Alters und Geschlechts! 28.08.2013, Dubai

Zwischenstopp im reichen Dubai,

hier ist es jetzt 8 Uhr und es sind 38(!) grad da draußen. Wenn man hier rausschaut sieht man nichts als die Farbe der Wüste mit einigen Wolkenkratzern dazwischen. Wir vertreiben uns die Zeit hier mit hungern und liegen auf den Airport eigenen semi-gemütlichen Liegesitzen. Das ganze wird jetzt noch zwei Stunden so gehen. Ansonsten gibt es noch nicht viel zu berichten. Der rund 5 stündige Flug ließ den schweren Abschied schon wie eine Ewigkeit erscheinen, doch wird die große Entfernung nicht über den nachhaltigen Eindruck darüber hinwegtäuschen. Doch aller Anfang ist schwer. Da dies für euch wohl in gleichem Maße gilt sitzen wir im selben Boot und in diesem Sinne bis zum nächsten Mal! Eure Julia und der Phil! 27.08.2013, Berlin

Hallo liebe Freunde der Sonne,

heute nun geht es los für Julia und mich und indirekt damit auch für euch. Es geht nach Neuseeland. Wie ihr euch vorstellen könnt sind wir sehr aufgeregt. Wir sind ab Donnerstag nicht nur 18.000 km weit weg von Berlin, sondern auch weg von der Familie und von euch, unseren Freunden. Dieser Schritt wird uns Erfahrungen bringen, die wir niemals vergessen werden und die es, so hoffen wir es, wert sind. Um nun nicht ganz aus der Welt zu sein, werden wir in (un)regelmäßigen Abständen versuchen, euch mittels dieses Blogs auf dem Laufenden zu halten. Ich freue mich darüber sehr, denn so entsteht eine kleine, unscheinbare Brücke, über welche wir im Stande sind zu kommunizieren. Ab 16:55 Uhr startet die Reise von Tegel. Eine Stunde später landen wir in Frankfurt/Main und heute abend gegen 22:40 Uhr fliegen wir dann direkt, mit 4-stündigem Zwischenstopp in Dubai, nach Auckland, Neuseeland. Wir kommen dort Donnerstag Vormittag Ortszeit an. Hier wird es Mittwoch Nacht sein. In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute und wenn ihr in zwei Tagen aufwacht, schickt uns doch über unsere kleine Brücke ein paar Gedanken! Für sie sind 18.000 km keine Hürde. Wir denken an euch und bis zum nächsten Mal! Der Phil und die Julia!

Advertisements

Diskussionen

49 Gedanken zu “Rotation neuseeländischer Art

  1. Man, ist zwar voll homo es zuzugeben, aber ich werd dich echt vermissen. 😦 Wünsche euch viel Spaß da unten und hoffe es wird so, wie ihr es euch vorstellt!

    Grüße, dein Bruder

    P.S. Du stinkst! 😛

    Verfasst von Powl | August 27, 2013, 9:06 am
  2. hallo ihr beiden Weltreisenden und Abenteurer – die mamOr ist noch ganz schön traurig – der abschied für solange zeit und sooooooooooooooo weit weg ist echt schwer gefallen, aber es kommt immer mehr auch stolz dazu, dass ihr beiden es gewagt habt.
    landet erst einmal gut am anderen ende der welt und spidi: immer dran denken – schön die Schäfchen zählen.

    liebe liebe grüße euch beiden – seid fest gedrückt.

    Verfasst von sabine | August 28, 2013, 1:17 pm
  3. Schön, dass ihr gut gelandet seid! Dann wirste jetzt also anfangen auf der falschen Seite zu fahren und lecker „Nutella“ zum Frühstück zu essen. :p

    Viel Glück bei der Jobsuche, ich hoffe du wirst Bademeister!

    Verfasst von Powl | August 30, 2013, 6:55 am
  4. Ok. Angekommen. Jetlag überwunden( hoffentlich ) und nun geht’s an die Jobsuche, wobei wir viel Erfolg wünschen.
    Hier ist es immer noch recht sommerlich, wie ist es denn bei Euch?
    Freddy ist gestern dann von Moskau nach Vietnam geflogen – Saskia und er sind dann wieder ein Stück näher an Euch dran.
    Sie bleiben einen Monat.

    Powl dann ab nächste Woche auf Malle – wer ist denn eigentlich noch hier? Habe gestern noch mit Julias Papa telefoniert – naja den MamOrs auf dieser Welt geht es noch nicht so richtig gut, aber das kriegen wir schon hin, wir Frauen.

    Also dann – viel Spass und einen guten Job. Vielleicht ja doch nur Kiwis ernten und keine Schafe zählen.

    Wir denken an Euch.

    Die Muttern.

    Verfasst von sabine | August 30, 2013, 8:57 am
  5. und was müsst ihr beim 1. Job machen ??=)
    wünsche euch weiterhin viel Spaß da drüben und freue mich weiter zulesen ^^

    Gruß Ponti

    Verfasst von Ponte | September 3, 2013, 7:37 am
  6. Höhöhöhö Schlutz!

    Verfasst von Powl | September 3, 2013, 7:39 am
  7. hey hey ihr beiden, ..
    im namen der WG, der Freundinnen und der Freunde darf ich verlauten lassen: ..
    JULÄÄÄÄ, PHIIIIIIIL ! ihr fehlt hier ..
    wir wünschen euch viel spaß und fühlt euch gedrückt ..

    Tom

    Verfasst von Tom Panke | September 3, 2013, 9:02 am
  8. Powl hat geiles Wetter auf Malle, ihr habt Wintertemperaturen von 20 Grad und wir stehn im REGEN. Heute im wahrsten Sinne des Wortes.
    Soll ja aber noch mal schön werden zum Wochenende.

    Ich freu mich, dass es Euch gut geht und ihr wenigsten Unterkunft und Verpflegung gesichert habt.
    Ja, ja die Muttern wieder, immer nur am Sorgen machen.
    Ne, ne heute inzwischen geht es schon wieder – besser jedenfalls als vorige Woche um die Zeit.

    Es sind so tolle Fotos – habt weiter viel Spass ihr Beiden und ich freue mich schon auf den nächsten Kommentar.

    Und wie der vorherige Kommentator – fühlt Euch toll gedrückt.

    MamOr

    Verfasst von sabine | September 3, 2013, 4:58 pm
  9. Schöne Fotos, schicke Helme, wir freuen uns, dass es euch gut geht und ihr beim von der Brücke springen nur zugesehen habt 😀 Werden morgen die großen Eltern mütterlicherseits updaten, hab Omi am Samstag schon mal ein bisschen was vorgelesen, sie hat sich sehr gefreut!

    Viel Spaß beim Kiwi-rasieren!

    Die nicht-nervige Tante und die reizende Kuhsine 😉

    Verfasst von Julia | September 3, 2013, 9:11 pm
  10. es ist unerhört, dass ihr uns einfach so zurückgelassen habt!

    nichts ist mehr so, wie es mal war.

    eure alte heimat ist völlig aus den fugen geraten.

    guckst du hier:

    http://www.bild.de/politik/inland/ig-metall/lustiger-wahlwerbespot-32240546.bild.html

    die lage in schland ist hoffnungslos.

    nur spiderwoman kann uns jetzt noch retten …

    (guckst du hier besser nicht:)

    Verfasst von jmo | September 4, 2013, 4:03 pm
  11. Wer bist du, mysteriöses „jmo“ .

    Verfasst von Phil | September 5, 2013, 6:44 am
  12. Hey Jungs jetzt denkt aber mal ganz scharf nach!!!!!!!
    Wer könnte a) so einen Kommentar schreiben? und sich b) in journalistischer Art und Weise so abkürzen?

    Die MamOr

    Verfasst von sabine | September 5, 2013, 9:53 am
  13. Jaja..schon klar 😀

    Verfasst von Phil | September 6, 2013, 8:37 am
  14. die letzten fotos gehoeren nicht zu auckland, ich habe nur die formatierung verkackt…

    Verfasst von Phil | September 8, 2013, 7:38 am
  15. Wem gehört das hellblaue UFO ??? LG von der arbeitenden und hospitierenden Bevölkerung

    Verfasst von Tantchen | September 9, 2013, 8:27 pm
  16. Irgendwelchen Neuseeländern am Strand. Das stand da so rum 😛 grüße

    Verfasst von Phil | September 12, 2013, 5:11 am
  17. Wenn du zurück kommst und nicht sone Lockenpracht uffm Kopp UND im Gesicht wie Chuck hast, bin ich enttäuscht.

    Verfasst von Powl | September 16, 2013, 2:25 pm
  18. Das hat ja Grundzüge vom Auenland…;)

    Passt auf euch auf…

    Bestes von Tobi;)

    Verfasst von Erlebnisrotation | September 19, 2013, 1:13 pm
  19. Nach der fast ersten Woche bei italienischen Neuseeländern seid ihr hoffentlich immer satt und zufrieden; die fahranfänglichen Schwierigkeiten zwecks rechts statt links zu fahren, statt zu blinken die Scheiben zu wischen, dürften überwunden sein – also wieviel Schäfchen zählst du, wieviel Kiwis pflückst du oder doch wieder Brennholz von rechts nach links über den Hof schieben, tragen, werfen?
    Hier ist jetzt Freitag nachmittag, die nicht nervige Tante und die kuhsine aalen sich auf Kos rum, und hier kehrt langsam ein kühler und regnerischer Herbst ein.
    Also auf ins Wochenende – wir denken an Euch beide.

    Die Mutti und der JMO

    PS: In der kurzen Zeit wächst sone Lockenpracht uffm Kopp eh nicht, höchstens im Gesicht. Das wird nur geduldet, wenn du dich in die Wildnis zurückziehst.

    Verfasst von sabine | September 20, 2013, 2:09 pm
  20. Gute Busfahrt, viel, viel Sonne, reichhaltige Füllung für die Geldbörse – liebe Grüße von einer echt erleichterten Mutter.

    PS: Und sorgt Euch nicht um uns – wir sind weitere Jahre bei Mutti gut aufgehoben.

    Verfasst von sabine | September 23, 2013, 7:08 am
  21. Was ist denn passiert? Hast du etwa mal wieder die Klotür aufgelassen?! 😀

    Verfasst von MCLove | September 23, 2013, 8:50 pm
  22. Viel Spaß in Hastings und viel Freude über die weitere Berichterstattung der FDP oder auch der Partei die demnächst wohl nur noch unter „andere“ aufgeführt wird. 🙂

    Verfasst von Powl | September 24, 2013, 2:13 pm
  23. Letzterer hat, um unsere Erzieherqualifikation zu prüfen, ADHS und will ständig spielen und quatschen. Da wir extra für solche Fälle ausgebildet wurden reagieren wir unseres Berufes angemessen und feiern jede freie Minute ohne ihn.^^ xDDDDDDDDDDDD

    Verfasst von Ponte | September 30, 2013, 1:06 pm
  24. HiHo ihr zwei, du wundervolle, zarte Biene Julia und atemberaubender Berichterstatter Phil!!!
    Ich bin begeistert von eurem mutigen Schritt und wünsche euch noch weitere solcher erlebnisreicher Eindrücke: Englisches Weißbrot, italienisch gewürzter Tritt, Whirlpool oder idyllischer Landschaft mit prickelnder Sonne und dass sich alles nach euren Träumen entwickelt.
    Die WG sitzt gerade zusammen und zockt, wie mag man es auch anders glauben, das einzigartige mario party.
    wir vermissen euch!
    Viele Grüße aus der WG und mir

    Verfasst von Vicky Haubold | Oktober 1, 2013, 7:30 pm
  25. haha ponte… genau diese sätze haben auch in mir das bedürfnis geweckt sie zu zitieren xDDD
    Phil, wenn du mal nicht noch ne schriftstellerkarriere vor dir hast !! – du müsstest mal sehen, wie du mir mit deinem herrlichen sarkasmus die tränen in die augen treibst 😀 🙂
    Freue mich, dass es jetzt langsam mit dem geldverdienen voran geht!
    Ich vermisse euch!

    Verfasst von Cindy | Oktober 2, 2013, 8:22 pm
  26. Happy Birthday lieber weit entfernter Sohn.
    Unserer Zeit zwar noch nicht, nach auenländischer Zeitmessung allerdings schon seit ca. einer halben Stunde also im 25. Jahr.

    Sie umarmt mein “ Kind „.

    Die Muttern

    Verfasst von sabine | Oktober 4, 2013, 12:26 pm
  27. Hallo Ihr Zwei !
    Toll , Eure Erlebnisberichte ! Muss regelmäßig in mich reinschmunzeln , v.a. wegen der Vergleiche.
    Aber nun was anderes. Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag von Oma Sigrid und Horst und natürlich von Erik,
    Manuela und mir. War ja ein schlauer Schachzug, sich auf die andere Erdhalbkugel zu verziehen, um keinen ausgeben zu müssen! Weiterhin viel Spaß mit den Kiwis und den Tchechen, vergiss die Italiener. Waren schon immer schlechte Verlierer.

    Frank und Familie

    Verfasst von Onkel F | Oktober 5, 2013, 4:45 pm
  28. Hey Leute was ist los?
    Keine Kommentare mehr seit Wochen und das, obwohl die Forschungen derart weit gediehen sind, dass wir alle gar nicht mehr mit dem Lernen hinterherkommen.

    Unsere Abenteurer/innen rackern sich auf sämtlichen Zwiebelfeldern den A…… ab, knipsen den kleinen Lämmern die Schwänze ab, müssen mehr oder weniger auf Fleeeesch verzichten, sich ihr Brot selber backen und kämpfen noch mit unwegbaren anderen Dingen, wie z.B. einem Autokauf!!!!!!!!!!!

    Aber anscheinend geht es uns hier nach erfolgreicher absolvierter Wahl wieder allen bestens oder die Herbstmüdigkeit hat schon bei allen Einzug gehalten.

    OK, dann wenigstens die Muttern.

    Wir vermissen euch beide, aber sammelt weiter Erfahrungen.

    Die Familie denkt an Euch; vor allem beim Verspeisen eines saftigen Steaks oder Schnitzels.

    Sabine

    Verfasst von sabine | Oktober 23, 2013, 2:52 pm
  29. Man, wie ich mich jedes mal bepisse vor lachen! Die wichtigste Frage ist aber: Habt ihr Optimus gesehen?

    Hab dich lieb dicker!

    Verfasst von Powl | Oktober 27, 2013, 1:46 pm
  30. Attention! Neuer Blogeintrag für morgen erwartet.

    Verfasst von Geheimy Mcmystic | November 16, 2013, 4:52 am
  31. oh nein – da irrt ihr gewaltig, denn die richtigen worte sind (welt-online vom 17. november 2013 sei dank) bereits geschrieben. und damit seid ihr zumindest auf der diesseitigen erdhalbkugel ab heute in aller munde … euch erwarten talkshow-auftritte von jauch bis krömer. von raab über pocher zu elton:

    >>> Die übel stinkenden Vögel Neuseelands
    Auf den Inseln mussten die Vögel sich nicht vor gefräßigen Räubern verstecken. Deshalb haben sie ihren unangenehmen Körpergeruch bis heute behalten. <<<

    Verfasst von jmo | November 17, 2013, 3:48 pm
  32. Fear the beard!!!

    Verfasst von Powl | November 18, 2013, 7:33 am
  33. Nichts ist unmöööglich-allzeit gute Fahrt und wunderbare Abenteuer wünschen Euch die Neustädter

    Verfasst von die nichtnervige Tante | November 21, 2013, 8:31 pm
  34. Zusatz aus Leipzig: Wundervoll! Endlich ist meine abendliche Lektüre wieder gewährleistet. Ergebenste Bewunderung der Haarpracht! (auch wenn Chuck ungeschlagen ist…)

    Verfasst von Kuhsine | November 22, 2013, 12:14 am
  35. Hallo Ihr beiden Abenteurer/in,

    nun geht es also los – und verdient im wahrsten Sinne des Wortes habt ihr es euch ja.
    Es bleibt von hier aus nur – viel viel Spass, wundervolle An- und Aussichten, geniesst die Tage und sammelt Erlebnisse, von denen Ihr uns dann im nächsten Winter am heimischen Kaminfeuer berichten werdet – ( es geht natürlich auch schon eher).

    Hier geht es mit riesigen Schritten auf das Weihnachtsfest zu und erfahrungsgemäß steigt der Streßfaktor ein wenig an, aber das werden wir wie immer auch bewältigen.

    Das christliche, von Nächstenliebe gekennzeichnete “ um die Geschenke würfeln“ wird allerdings nicht dasselbe wie sonst immer sein – IHR FEHLT.

    Ha und bevor ich es vergesse – die Regierung steht. Die Pöstchen sind verteilt, nun kann uns nichts mehr passieren.
    Festzustellen bleibt allerdings erstaunlicherweise – über zwei Monate ohne Regierung ging auch.

    Aus der wenig winterlichen Heimat,

    die Muttern

    Verfasst von sabine | Dezember 16, 2013, 1:59 pm
  36. Nun habt Ihr ja wahrscheinlich den nördlichsten Zipfel schon erreicht und wir haben auch alle Höhen und Klippen des Weihnachtsfestes wieder mal erklommen. Zum Kalorienabbau gehen wir dann noch mal Bowlen und morgen früh bringen wir Powl und Sophie dann nach Hamburg zum Zug und dann gehts für Jürgen und mich weiter nach München. Wir bleiben über Silvester und fahren dann über Würzburg am 3. zurück nach Hause.
    Und dann geht der allgemeine Stress wieder weiter.

    Das Wetter hier ist einfach schauderhaft; es sürmt schon wieder; es regnet schon wieder, keine Sonne und Temperaturen fast wie bei Euch.
    Man mag nicht vor die Tür gehen.

    Dafür hattet ihr Weihnachtsbemützten ja schönes Strandwetter wie man sehen kann und wieder einmal stelle ich fest, dass dieses Neuseeland einfach grandios aussieht,

    Habt einfach weiter viel viel Spass an Eurer Tour und sammelt alles an Eindrücken was Ihr kriegen könnt.

    Eure Daheimgebliebenen allen voran die MamOr.

    Verfasst von Sabine | Dezember 27, 2013, 3:26 pm
  37. Mir ist schon beim Lesen ein wenig schwummrig geworden – auf die Fotos bin ich ja mal gespannt.
    Aber es geht euch gut und dass ist ja wohl das Wíchtigste.

    Also weiterhin viel Spass und seid umarmt Ihr Beiden Fernen.

    Die MamOr

    Verfasst von Sabine | Januar 14, 2014, 6:11 pm
  38. Mich würde jetzt noch interessieren, wie das Wasser in Taupo war.

    Verfasst von Kuhsine | Januar 21, 2014, 6:20 pm
  39. Naja, so ziemlich…Nass eben…nich?

    Verfasst von Phil | Januar 23, 2014, 5:38 am
  40. Hahahahaha! Robben (seal) I see what you did there! Knöpfe drücken in Museen sollte ne Pflicht werden… Dann würd ich wohl auch mal in eins gehen. 😀

    Verfasst von Powl | Januar 24, 2014, 10:41 am
  41. Oh weiowei, wie nackt und bloss kommt man sich nur ohne Internet vor – eine ganze Woche ohne jeglichen Kontakt zu Euch fällt echt schwer.
    Aber das Leben geht ja seinen gewohnten Gang wie man unschwer oben erkennen und lesen kann.
    Nach dieser Reise wird unser Spidi wohl ein Ordentlichkeitsfanatiker werden und niemals schmutzige Wäsche mehr rumliegen lassen.
    Reisen bildet also doch.

    Und seit dem friedlichen ( Friedrich????????? da war doch gestern irgendwas??? Ach ja – nach immerhin doch 59 Tagen im Amt zurückgetreten ) Weihnachtsfeste vergehen die Wochen im Flug bis zu Eurer Rückkehr, auf die hier nun doch sehnlichst gewartet wird.

    Die Mutti

    Verfasst von sabine | Februar 15, 2014, 10:37 am
  42. Auch wenn ich mich riesig auf Eure Heimkehr freue – ich kann bei diesen Fotos verstehen, dass man noch eine Weile sehen und staunen möchte; solche phantastischen Landschaften.
    Es mag gar nicht angehen,, dass das schon der finale Teil sein soll, aber ihr habt so wahnsinnig viel erlebt und gestaunt und geguckt, dass man schon ein wenig neidisch werden könnte.

    Geniesst die restlichen Tage- wenn es so bleibt, kommt ihr in einen wahrhaft traumhaften Frühling nach Deutschland zurück.

    Seid umarmt und bleibt auch den Rest der Tage gesund und munter und erlebnishungrig.

    Die Mutti.

    Verfasst von sabine | März 10, 2014, 10:57 am
  43. Wow! Die Landschaften sind echt krass. Nur fehlt irgendwie überall was… Argonath, Orks, Die Gefährten usw.

    Verfasst von Powl | März 11, 2014, 11:32 am
  44. Nach unserer Zeitrechnung nur noch drei Tage – dann seid ihr wieder hier.
    Kommt einfach gut nach Hause. Dann gilt es Euch zu umarmen.

    Die MamOr

    Verfasst von sabine | März 18, 2014, 4:46 pm
  45. Jo, von uns auch gute Heimreise-Wünsche (vielleicht findet Ihr ja unterwegs ein bisher vermisstes Fleuchteuch) es war schön von Euch zu lesen und die grandiose Landschaft mit nicht weniger grandiosen Tagebuchschreibern und Abenteurern auf den Fotos zu bewundern. Liebe Grüße aus dem nicht weniger aufregenden Neustadt. Bis bald mal hoffentlich -die nichtnervige Tante mit ihren Mannen-Julia ist mit der WG und dem roten SAAB auf Süddeutschland-Tournee:)

    Verfasst von Isolde | März 19, 2014, 10:11 pm
  46. Tja nun seid Ihr schon fast eine Woche wieder in der Heimat – vielleicht gibt es ja noch einen grandiosen Abschlussbericht. Wie Euch z.B. das bürokratische Deutschland empfangen hat ( Job- Center oder doch lieber die Agentur für Arbeit oder das Beschaffen fehlender Unterlagen etc.pp. ). Wir sind dennoch froh euch wieder unter uns zu wissen.

    Die Mamor

    Verfasst von sabine | März 28, 2014, 10:41 am

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Berliner Burmang

Manufaktur & Workshops

Kulturglasur

Rota Flowershop

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: